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16. 05. 2012 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Die Luft von Shanghai: "Gut" oder "ungesund"?

Schlagwörter: Luft Shanghai PM2.5-Feinstaub

Die Luftqualität Shanghais war gestern nach offiziellen Angaben "gut". Anders sah es jedoch nach Angaben des Amerikanischen Konsulats aus. Deren Messungen besagten, dass die Luft der Stadt praktisch während des ganzen Tages "ungesund für empfindliche Gruppen" gewesen sei. Was stimmt nun?

Das amerikanische Konsulat begann gestern, die stündlichen PM2.5-Feinstaub-Messungen auf seiner offiziellen Webseite und dem Twitter-Account zu publizieren. Mit PM2.5-Feinstaub sind Schwebepartikel gemeint, die einen Durchmesser von weniger als 2,5 Mikromesser aufweisen. Dabei zeigte sich, dass die Rohdaten des Konsulats mit denen des Shanghaier Zentrums zur Umweltkontrolle im Wesentlichen übereinstimmten. Die unterschiedlichen Interpretationen ließen sich hauptsächlich auf die verschiedenen Standards der beiden Länder zurückführen: Das für China akzeptable tägliche Limit an PM2.5-Feinstaub liegt bei 75 Mikrogramm pro Kubikmeter, während der Grenzwert in den USA bei 25 Mikrogramm pro Kubikmeter liegt. Der Index zur Luftqualität der Botschaft hat sechs Levels: gut, moderat, ungesund für empfindliche Gruppen, ungesund, sehr ungesund, gefährlich.

Die Daten des Konsulats, welche über eine Messanlage ermittelt werden, die sich bei den Botschaftsbüros in der Mittleren Huaihai-Straße befindet, zeigten, dass die PM2.5-Konzentration gestern ab 10 Uhr früh zu steigen begann, bis sie den Höhepunkt erreichte mit 70 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft, was als "ungesund" bezeichnet wurde. Am späteren Nachmittag sank die Konzentration wieder auf 60 Mikrometer Luft. Die offiziellen Messungen der Stadt ergaben, dass der Feinstaub im Bezirk Putuo eine Konzentration von 68 und in Zhangjiang in der Pudong New Area eine Konzentration von 82 erreicht hat. Dies sind die einzigen beiden Orte, deren Messungen öffentlich gemacht werden. Doch weil die Stadt die Luft nach dem chinesischen Verschmutzungsindex bewertet, war die Luftqualität noch immer als "gut" oder "moderat" bezeichnet worden. Die Feinstaubpartikel die nur gerade ein Dreißigstel des Durchmessers eines menschlichen Haares haben, stellen für die menschliche Gesundheit eine Gefahr dar, da sie klein genug sind, um tief in die Lunge oder gar in den Blutkreislauf einzudringen.

"Die amerikanischen Daten erlauben nur Rückschlüsse auf die nähere Umgebung des Konsulats", sagte Wang Qian vom Überwachungszentrum der Stadt. Auch das Konsulat schreibt auf seiner Webseite, dass es sich bei den Messdaten um eine inoffizielle Quelle handelt, welche zum Schutz der Gesundheit des Konsulatsangestellten erhoben werden. "Auf Grund einer einzigen Maschine kann nicht auf die Luftqualität der ganzen Stadt geschlossen werden."

Umweltprofessor Shu Jiong von der East China Normal University sagte: "Die Daten des Zentrums sollten ähnlich sein wie die des Konsulats, da die Maschinen von beiden aus den USA importiert sind. Allerdings sind die US-Standards strenger als die gegenwärtigen in China." Shanghai sei nun daran, neben den bereits bestehenden 24 Messstationen noch weitere aufzubauen. Bereits im kommenden Monat sollen die Messdaten von zusätzlichen Stationen veröffentlicht werden.

Shu stellt allerdings in Frage, ob es angemessen ist, wenn das Konsulat den strengen US-Standard verwendet, um die Luftqualität von Shanghai zu bewerten. "Die beiden Länder haben vollkommen andere demographische Situationen und befinden sich auf unterschiedlichen Entwicklungsstufen. Deswegen wäre es passender, den chinesischen Standard anzuwenden, um die Luftqualität in Shanghai zu bewerten", sagte Shu. Im vergangenen Jahr hatte die US-Botschaft in Beijing damit begonnen, die PM2.5-Konzentrationen für die amerikanische Gemeinschaft in der Hauptstadt bekanntzugeben.

Quelle: german.china.org.cn

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