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| 04. 02. 2013 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
Nach einem Januar voller Smog sind die Beijinger Stadtbewohner froh, über das Wochenende wenigstens ein paar klare Tage erlebt zu haben. Doch war die Luft nicht lange genug sauber, um von der Debatte abzulenken, was der Grund für die jämmerliche Luftqualität sein könnte.

Die jüngste Smogwolke bildete sich am vergangenen Dienstag und bedeckte eine Fläche von insgesamt 1,3 Millionen Quadratkilometer in Zentral- und Ostchina. Xue Manzi, ein bekannter chinesischer Blogger, schrieb am Mittwoch, dass die schlechte Luft das Leben der Menschen bedrohe, und rief zu sofortigen Handlungen auf, um die Verschmutzung zu reduzieren.
Das Problem: China kennt keinen landesweiten Standard, wie viel Schwefel höchstens im Benzin enthalten sein darf. Die Standards unterscheiden sich je nach Region: 10 Teile pro Million in Beijing, 50 in entwickelten Provinzen wie Shanghai und Jiangsu und 150 im Rest des Landes. Zum Vergleich: Die Standards in den USA und Europa betragen 30 beziehungsweise 10 Teile pro Million. Das ist bedeutend weniger als in China.
Chenwen.com, ein soziales Netzwerk für Autobesitzer und -händler, führte am 24. Januar im Osten von Beijing und in den Vororten der Hauptstadt Untersuchungen zum Schwefelgehalt des dort verkauften Benzins durch. Dabei zeigte sich, dass fast ein Viertel des getesteten Treibstoffs nicht einmal die lockeren Vorgaben der Stadt einhielt. Diese Resultate, die am Donnerstag bekannt wurden, ließen Rufe nach Aktionen gegen die Fahrzeug-Emissionen und die schlechte Benzinqualität laut werden.
Fu Chengyu, Vorsitzender der Sinopec-Gruppe, gab zwar zu, dass die Raffinerie-Unternehmen für den starken Smog mitverantwortlich seien. Dennoch verteidigte er die Treibstoffqualität und machte die niedrigen Gesetzesvorgaben für die Misere verantwortlich. Internetnutzer quittierten diese Aussage umgehend mit Tadel und Sarkasmus. Auf dem Mikroblog von CCTV fragten sich die Netizens, ob sich Sinopec versucht herauszureden oder ob sich die Firma für die langsame Gangart bei der Verbesserung ihrer Ölprodukte und die mangelhafte soziale Verantwortung entschuldigte. Ein Nutzer verglich Sinopec sogar mit Sanlu – jener Firma, die mit ihrer mit Wasser und Melamin gestreckten Milch den Tod von mindestens sechs Kindern verschuldete.
Yue Xin, ein Mitglied des Gremiums, das die Standards festsetzt, sagte, dass mindestens 70 Prozent der 37 Personen im Komitees für Ölfirmen arbeiten und dass sich das Sekretariat im Hauptquartier von Sinopec befindet.
Quelle: german.china.org.cn
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