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| 15. 06. 2009 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
In China wird zur Zeit die Durchführung der Ein-Kind-Politik mit einem riesigen Hindernis konfrontiert, und zwar dem Wohlstand: Immer mehr reiche Städter missachten die Familienplanung.

Die Karikatur zeigt einen reichen Mann mit mehreren Kindern. Die Frau rechts gehört zur Familienplanungskommission.
Bei Soziologen und Beamten von zuständigen Behörden wird es bestätigt: In den letzten Jahren konnte in China eine Anzahl von Wohlhabenden und Prominenten dadurch zwei oder drei Kinder bekommen, dass sie ihre Babys im Ausland zur Welt brachen oder die Geldbuße bezahlten.
Die Gesamtzahl von den Paaren, die trotz der Einkindregel mehrere Kinder geboren haben, hat die chinesische Regierung zwar noch nicht bekannt geben, aber nach der Statistik der lokalen Behörde in Hong Kong haben seit 2001 die Frauen aus dem Festland allein in der "Sonderverwaltungszone" zusammengezählt rund 78.000 Babys gebärt, um auf auf diese Weise bei ihren Familien die "Planung" vermeiden zu können.
"Im vergangenen Jahr habe ich meine Tochter in Hong Kong bekommen, wo ich keine Genehmigung zur Geburt des Kinds benötigte," erklärt eine Hausfrau mit dem Nachnamen Li aus Nanjing, einer Stadt in der Provinz Jiangsu. Ihr Ehemann besitzt eine eigene Immobiliengesellschaft. Ihr zufolge hat die Familie insgesamt 80.000 Yuan für die Hong Kong-Reise und die medizinische Versorgung bezahlt. So ist ihr Traum, einen Sohn und eine Tochter zu haben, in Erfüllung gegangen.
Zum solchen Verhalten sagte Zhang Weiqing, der ehemalige Vorsitzende der Staatliche Kommission der Bevölkerung und Familienplanung, "die reichen und Prominenten, die auf Umwegen mehrer Kinder kriegen und somit gegen das Gesetz verstoßen haben, warfen einen Schatten auf die Ein-Kind-Politik und schadeten der sozialen Gerechtigkeit und sogar der Stabilität," verurteilte Zhang die Betroffenen.
Um dieses Problem zu beseitigen hat die Kommission eine neue Regel in Betracht gezogen, mit der die Eltern an der Geburt mehrerer Kinder außerhalb des Festlands Chinas gehindert werden kann. Jedoch gab der Ex-Kommissionsleiter zu, es sei schwierig, die neue Regel durchzuführen, da die Mobilität der chinesischen Bürger seit den späten 1970er Jahren nach der Öffnung Chinas stark zugenommen habe.
Zhai Zhenwu, ein Professor für Soziologie an der Volkesuniversität China, sagte, dass rund ein Fünftel der Leute, die die Familienplanung gebrochen haben, in Städten leben, während die anderen Wanderarbeiter und ländliche Bewohner seien. Zwei Jahren zuvor hat die Regierung bereits die Geldbuße für eine illegale Geburt des Kinds auf die Summe gesteigert, die dem Zehnfach des durchschnittlichen jährlichen Einkommens pro Kopf in der Region vom Übertreter des Gesetzes entspricht. Dadurch variiert das Bußegeld von 20.000 Yuan auf dem Land bis zu 200.000 Yuan in den großen Städten. "Aber für die reichen Leute ist diese Summe nur ein Klacks," meinte Zhai, "die Regierung soll sie treffen, wo ihnen wirklich weh tut, wie zum Beispiel am Ruf und beim Ansehen," meinte der Professor. Die Wohnhabenden sollen sich dafür schämen und dürfen danach keine öffentlichen Preise mehr gewinnen. Den Popstars soll nicht mehr erlaubt werden, sich in öffentlichen Shows oder Fernsehprogrammen zu präsentieren, meinte Zhai.
Wang Difeng, ein Geschäftsmann aus der Stadt Huizhou in der Provinz Guangdong, hat zum Beispiel sein zweites Kind im März gekriegt. Für die Missachtung der Ein-Kind-Politik wurde dem 40-jährige Mann eine Geldbuße von 100.000 Yuan verhängt. Für ihn ist es aber nicht das Schlimmste. "Es ist mir egal, wie viel Geld ich bezahlen muss," sagte er, "aber ich verliere dafür all meiner beruflichen und sozialen Auszeichnungen wie ‘Unternehmer des Jahres’." Den Titel habe er seit drei Jahren besessen, so der Unternehmer.
Quelle: China Daily
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