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| 15. 11. 2009 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
Da sich die chinesische Wirtschaft schneller als die anderen großen Volkswirtschaften von der Krise erholt, steht der Yuan unter massivem Aufwertungsdruck. Die weiteren Schritte sind jedoch unklar.

China wird den Yuan gegenüber dem US-Dollar in nächster Zeit nicht aufwerten, wie Experten vor kurzem den jüngsten Quartalsbericht der Zentralbank kommentierten. Die Chinesische Volksbank, die Zentralbank des Landes, sagte am Mittwoch in ihrem Quartalsbericht der Geldpolitik zum ersten Mal, dass sie den Mechanismus der Währungsregulation verbessern wolle. So soll der Wert des Yuan neu "auf den internationalen Kapitalflüssen und –Bewegungen der wichtigsten Währungen" basieren. Tan Yang, eine Expertin des China Institutes für Finanzderivate der Peking Universität, meinte: "Die neuen Worte zeigen, dass China gegen die Spekulation ankämpfen und die Risikokontrolle in Zukunft verbessern möchte. Doch sie bedeuten nicht, dass es unbedingt eine Änderung in der Währungspolitik des Landes geben wird. Der zukünftige Mechanismus wird sich wohl nach Chinas Sorgen und seinem globalen Status ausrichten."
Chinas Fremdwährungsreserven stiegen per Ende des dritten Quartals 2009 auf ein erneutes Rekordhoch von 1,53 Billionen Euro an, was 19.3 Prozent mehr als in der Vorjahresperiode seien, wie die Zentralbank im September berichtete. Yin Jianfeng, ein Forscher der Chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften, meinte, dass es natürlich sei, dass die Notenbank die internationalen Kapitalzuflüsse beobachte. "Exzessive Mengen an Geldmittel fließen in die chinesische Volkswirtschaft, da sich diese schnell von der Wirtschaftskrise erholt, während der Westen noch immer mit derselben zu kämpfen hat", erklärte er. Zuo Xiaolei, Chefökonom von Galaxy Securities, sagte, der Zentralbankbericht würde auf eine erhöhte Besorgnis der Regierung hindeuten, dass der Yuan durch die Kapitalzuflüsse unter erhöhtem Aufwertungsdruck stehen könnte. Er meinte, dass, da sich der US-Dollar weiter abwerte, mit noch mehr Kapitalzuflüsse zu rechnen sei, was zu noch höheren Fremdwährungsreserven führen würde.
Der Ruf nach einer Aufwertung. Seit sich eine schnelle Erholung Chinas von der Weltwirtschaftskrise abzeichnet, wurden Rufe laut, dass das Land seine Währung gegenüber dem US-Dollar aufwerten soll – besonders nach den positiven Wirtschaftsdaten des letzten Monats. Die Experten sind darüber jedoch geteilter Meinung. Tan meinte: "Eine schnelle Aufwertung des Yuan könnte Chinas Wirtschaftswachstum gleich jetzt verlangsamen, da sich auch die Exporte zu erholen beginnen. Die Währungspolitik soll ja nicht dem Ausland, sondern dem eigenen Land nützen." Die Geschwindigkeit der Aufwertung sollte auch nicht nur anhand des Außenhandelsüberschusses festgemacht werden, meinte Zuo Xiaolei. Auch die Ausgeglichenheit des internen Wachstums Chinas sollte beachtet werden, so auch das riesige Konjunkturpaket und die erhöhten Schulden der Lokalregierungen, meinte Tan. Die Exporte der Volksrepublik fielen um 13,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 74 Milliarden Euro im Oktober, wie das nationale Statistikbüro am Mittwoch berichtete. Immerhin war der Rückgang 1,4 Prozentpunkte langsamer als im September.
Quelle: Xinhua
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