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16. 11. 2009 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Jobsuche

Fach-Masterabschluss soll eine Karriereentscheidung sein

Die chinesische Regierung plant, die Zahl an akademischen Master-Abschlüssen zugunsten von Fach-Masterabschlüssen an Universitäten zu reduzieren. Dies ist eine willkommene Änderung für Studenten, die sich um ihre Jobchancen sorgen.

Der Beschluss der chinesischen Regierung, die Zahl an akademischen Master-Abschlüssen von Universitäten zu reduzieren, ist eine willkommene Änderung für Studenten, die sich um ihre Jobchancen sorgen. Das Bildungsministerium hat vor kurzem Universitäten aufgefordert, die Einschreibungen von akademischen oder forschungsmäßigen Masterprogrammen um 5 bis 10 Prozent zu reduzieren. Stattdessen können sie Studienplätze für solche Studenten anbieten, die Fach-Masterabschlüsse erlangen möchten. Zurzeit bieten die Hochschulen für Aufbaustudien vornehmlich akademische Masterabschlüsse und nur 15 Typen von Fach-Masterabschlüssen an, darunter MBA oder einen klinischen Masterabschluss.

Im Westen müssen sowohl Studenten für einen akademischen Masterabschluss als auch Studenten für einen professionellen Masterabschluss Pflichtkurse besuchen. Der Hauptunterschied ist, dass Forschungskandidaten eine Forschungsarbeit schreiben müssen, wohingegen Studenten für einen Fach-Masterabschluss einen Projektbericht nach einem Praktikum einreichen müssen. Chinesische akademische Masterprogramme sind eingerichtet worden, um fortgeschrittenes Training für Berufe mit Lehraufträgen und Forschung zu bieten. Allerdings hat sich das Bildungssystem in den vergangenen Jahren durch niedrige Lehrqualität und Korruption verschlechtert.

Es ist ein offenes Geheimnis, dass viele Arbeitgeber, einschließlich Universitäten, Doktor- oder Masterkandidaten nur dann einstellen, wenn diese ihren Bachelor-Abschluss an einer Elite-Uni gemacht haben. Die Logik dahinter ist simpel: Man muss eine harte Aufnahmeprüfung bestehen, um bei einer Top-Uni angenommen zu werden. Bei Bewerbungen um ein Masterstudium dagegen wird hauptsächlich nach den Englischkenntnissen des Prüflings während der Aufnahmeverfahren und nach dessen Verhältnis zu den Professoren gegangen. Und wenn man einmal in einem Masterprogramm ist, studieren die Kandidaten nach den Pflichtkursen meistens selbst und ohne Aufsicht. Arbeitgeber meiden außerdem Doktor- oder Masterkandidaten mit Bachelor-Abschlüssen von weniger berühmten Universitäten, weil diese eventuell nur darauf aus gewesen sein könnten, sich während ihres Bachelor-Abschlusses auf ein gutes Masterstudium vorzubereiten, was die Qualität ihrer Uni-Ausbildung einschränkt.

Mit der Einführung von mehr Fach-Masterprogrammen können Master-Studenten auf ihrem Karriereweg bessere Studienerfahrungen sammeln, da sie ein Praktikum und Training machen müssen anstatt eigenständige Forschung zu betreiben. Dies wiederum trägt auch dazu bei, dass Studenten, die keinen Bachelor-Abschluss von einer Elite-Uni haben, ihre Chancen auf einen Arbeitsplatz erhöhen. Letztlich ist ja die Suche nach einem passenden Job das eigentliche Ziel des Studiums der meisten Studenten, eine Tatsache, die oft von Profit-gierigen Unis übersehen wird.

Quelle: China Daily

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