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| 22. 11. 2009 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
Der Strompreis für kommerzielle Nutzer wurde seit Freitag im Durchschnitt um 0,028 Yuan (0,3 Eurocent) je Kilowattstunde erhöht, zitierte die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua die Staatliche Kommission für Entwicklung und Reform.
Der Strompreis werde Chinas Index für Verbraucherpreise, einer der Hauptmaßstäbe für Inflation, nicht in die Höhe treiben, sagte Cao Changqing, Abteilungsleiter der Preisabteilung der Staatliche Kommission für Entwicklung und Reform.
Der Strompreis für die privaten Haushalte werde sich nicht verändern.
Obwohl der Preisanstieg dieses Mal den häuslichen Verbrauch nicht betreffen wird, machen sich Privatnutzer dennoch Sorgen, dass der Anstieg Auswirkungen auf sie haben könnte. "Wenn der Strompreis für eine Bäckerei steigt, hat das Auswirkungen auf uns", sagte Yu Menghan, ein Journalist einer Modezeitschrift am Donnerstag. "Unsere Lebenshaltungskosten werden dadurch steigen."
"Im Moment ist es mir egal, da nur der Strompreis für kommerzielle Nutzer angestiegen ist. Doch wer weiß, was in der Zukunft passieren wird", sagte Li Ming, ein Mitarbeiter eines Verlages.
"Ich glaube, dass die Stromnetzbetreiber sehr viel Geld haben", antwortete ein Internetnutzer auf einen Blog der Website der Chinesischen Zentralen Fernsehstation. "Wenn die Regierung die Strompreise erhöht, um die Verluste der Stromanbieter auszugleichen – warum denken sie nicht über den eigentlichen Grund für die Verluste nach?"
In den ersten neun Monaten dieses Jahres schrieb der größte chinesische Stromversorger, die State Grid Corporation rote Zahlen mit einem Verlust von 16,05 Milliarden Yuan (1,6 Milliarden Euro). 25 der 30 regionalen Tochtergesellschaften machten Verluste, zitierte die Shanghai Securities News einen Mitarbeiter.
Nicht nur die Stromnetzbetreiber, sondern auch einige Stromerzeuger verzeichneten herbe Verluste, sagte ein Analyst einer Bank, der nicht genannt werden wollte.
Analysten zufolge ist das am Staat ausgerichtete Preissystem die Ursache des Problems.
In China legt der Staat immer noch die Preise für Stromanbieter und Privatverbraucher fest, obwohl seit Jahren eine Änderung geplant ist.
Im Oktober berichtete die Shanghai Securities News, dass China den Stromerzeugern erlauben werde, den Preis für die Netzwerkbetreiber im freien Wettbewerb festzulegen. Preisobergrenzen sollen die Endverbraucher schützen. Dieser Plan ist bisher jedoch nicht umgesetzt worden. "Ein marktorientiertes Preissystem ist das Hauptanliegen der Reformpläne", sagte Li Chaolin, ein Analyst der Anbound Group, ein Marktforschungsunternehmen, "doch das ist eine komplexe Sache, denn keiner in der Prozesskette der Stromindustrie will auf seine Gewinne verzichten."
Die Staatliche Kommission für Entwicklung und Reform legt den Strompreis fest, während die örtlichen Regierungen den Kohlepreis bestimmen, der bald steigen soll. Folglich verloren viele, überwiegend staatliche, Stromerzeuger Gewinne aufgrund ihrer hohen Kosten, zitierte die Shanghai Securities News einen Branchenkenner.
Die Regierung hat jedoch bereits angekündigt, bald einen ausführlichen Plan für die Preisgestaltung von Stromerzeugern an Netzbetreiber vorzulegen.
In einigen westchinesischen Provinzen wie Shanxi und Gansu sollen die Strompreise steigen, während sie in den östlichen Provinzen wie Jiangsu und Fujian eher sinken sollen, berichtete die Zeitung.
"Dieser Plan wird den Weg für die Strompreisreform des Landes ebnen, obwohl es noch einige Hürden zu überwinden gibt", sagte Zhao Qianming, ein Analyst der Sinolink Securities, am vergangenen Donnerstag.
Quelle: Global Times
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