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29. 11. 2009 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Bleivergiftungsgefahr

Bewohner im Umkreis des Hüttenwerks siedeln um

In Nordwestchina hat der Abfall eines dortigen Hüttenwerks Bleivergiftung bei 851 Kindern verursacht. Behörden werden nun 1.396 Familien, die im Umkreis des Werkes wohnen, umsiedeln.

Behörden in Nordwestchina planen, 1.396 Familien umzusiedeln, nachdem der Abfall eines Hüttenwerks Bleivergiftung bei 851 Kindern verursacht hat. Die Familien, die im Umkreis von 1000 Metern des Unternehmens Dongling Lead and Zinc Smelting im Kreis Fengxiang, der zur Provinz Shaanxi gehört, wohnen, werden vor Ende nächsten Jahres in neue Wohnungen in mindestens vier Kilometern Entfernung umgesiedelt, gab der stellvertretende Kreisvorsteher He Hongnian am Donnerstag bekannt. He fuhr fort, der Bau der beiden neuen Wohnviertel habe im September begonnen.

Das Hüttenwerk, das wegen Protesten im August geschlossen worden war, willigte nach einem Streit darüber, ob das Hüttenwerk oder die Dorfbewohner umziehen sollten, ein, die schätzungsweise 300 Millionen Yuan, umgerechnet 29.300 Euro, hohen Kosten für die Umsiedlung mit den Provinz-, Stadt- und Kreisregierungen zu teilen. Ende August einigte sich die Lokalregierung mit dem Hüttenwerk darauf, dass die Dorfbewohner umsiedeln und das drei Jahre alte Werk an Ort und Stelle bleibt. Trotz eines jährlichen Abfalls von 1,11 Tonnen Blei trug das Hüttenwerk, das 100.000 Tonen Blei und Zink sowie 700.000 Tonnen Koks pro Jahr produziert, im vergangenen Jahr 17 Prozent zum BIP des Kreises.

Die meisten Dorfbewohner hoffen, dass mit dem Umzug die Angelegenheit erledigt sein wird, wenn auch einige Bedenken haben, ob die Entschädigung für die Aufgabe ihrer alten Wohnungen ausreicht, um neue zu kaufen. "Wir wissen immer noch nicht, wie hoch die Entschädigung ist, die wir bekommen", sorgt sich Sun Yagang, ein Dorfbewohner in Sunjia Nantou. "Wir hoffen, dass die Regierung den Maßstab für die Entschädigungen bald bekannt gibt."

Die Dorfbewohner sind sich auch nicht sicher, ob sie nach der Umsiedlung ihr Anbauland verlieren. "Bislang haben wir genug Getreide und Gemüse selbst angebaut, um die ganze Familie ernähren zu können, und haben ein wenig Geld mit Gelegenheitsjobs in der Stadt verdient", erzählt Dorfbewohner Chao Mingrun, dessen Familie ein Zehntel Hektar Anbauland nahe des Zuhauses besitzt. "Aber wir sind nicht sicher, ob wir das Anbauland weiterhin behalten können. Und selbst, wenn wir es können, müssten wir vier Kilometer fahren, um Feldarbeit zu erledigen." Man werde sehen, was man für die Dorfbewohner tun könne, damit diese ihr Anbauland behalten können, oder damit sie an Jobs kommen, so He dazu.

Mindestens ein Drittel der Kinder, die im Sommer eine Bleivergiftung erlitten hatten, seien wieder gesund, so Ärzte nach Gesundheitschecks im Oktober. Von den 96 Kindern im Dorf Madaokou, bei denen im August schwere Fälle mit über 250 Milligramm Blei pro Liter Blut diagnostiziert worden waren, wurde bei 49 ein deutlich geringeres Level im Oktober festgestellt, so Dorfbeamter Ma Jian. Einige Kinder seien mit schweren Vergiftungserscheinungen zur medizinischen Behandlung ins Krankenhaus eingeliefert worden, aber die meisten Kinder seien durch spezielle Kost behandelt und mit kostenlosen Lebensmitteln versorgt worden, die dazu beitragen, Blei auszuschwemmen, wie Milch und Nüsse, erklären Ärzte.

Quelle: Shanghai Daily

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