Home Aktuelles
Multimedia
Service
Themenarchiv
Community
Home>Fokus Schriftgröße: klein mittel groß
05. 01. 2010 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Analysten

Hyperinflation dieses Jahr in China unwahrscheinlich

Nach Angaben des aktuellsten monatlichen Purchasing Managers Index (PMI), der von der China Federation of Logistics and Purchasing (CFLP) am Freitag herausgegeben wurde, steigen die Inflationserwartungen dieses Jahr aufgrund erhöhter Preise für Rohstoffe und Verbrauchsgüter.

Analysten glauben jedoch, dass eine Hyperinflation in naher Zukunft unwahrscheinlich ist.

Der PMI stieg im Dezember um 1,4 Punkte auf 56,6, dem höchsten Wert seit Mai 2009, während der Preisindex für Faktorkosten im Dezember bei 66,7 Punkten lag, 3,3 mehr als im November.

Der Preisindex für die Lebenshaltung (CPI) werde sich weiter verbessern, da er vom derzeit schwachen Dollar und einem fortwährenden Anstieg der weltweiten Verbraucherpreise beeinflusst werde, teilte CFLP mit.

Der CPI und der Erzeugerpreisindex (PPI) "werden wohl im Dezember hoch liegen", hieß es in einer Pressemitteilung von Goldman Sachs vom vergangenen Freitag.

Der CPI kehrte im November wieder ins Plus zurück und stieg im Vergleich zum Vorjahr um 0,6 Prozent. Der PPI erholte sich im November nach Angaben des staatlichen Statistikamtes ebenfalls kräftig.

Eine Hyperinflation sei dieses Jahr unwahrscheinlich, sagte Yao Jingyuan, Chefvolkswirt des staatlichen Statistikamtes Ende vergangenen Monats.

Der Getreideabsatz im Jahr 2009 und der stabile Landwirtschaftssektor haben geholfen, die Preise zu stabilisieren. Überkapazitäten in einigen Branchen, wie der Eisen- und Stahlbranche, werden die Inflation ebenfalls begrenzen. Es werde erwartet, dass damit die Inflation in Schach gehalten werden könne, sagte Yao.

Yao glaubt, dass eine Nachfrageschwäche das übergeordnete Problem von Chinas Volkswirtschaft dieses Jahr sei, wodurch eine Hyperinflation unmöglich werde.

Obwohl die Inflationsangst steigt, wird die Geldmarktpolitik, die sich an die realen Gegebenheiten anpasst, das imminente Risiko einer Hyperinflation abwenden, sagte Song Guoqing, Professor der National School of Development an der Peking University am Sonntag der englischsprachigen Zeitung Global Times.

Der Preisanstieg werde sich in einem vertretbaren Rahmen bewegen, sagte Chinas Premierminister Wen Jiabao in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Xinhua am 27. Dezember. Es werde kein überstürztes Ende des Konjunkturprogramms geben. Eine aktive Steuerpolitik und eine gemäßigte Zinspolitik werden weitergeführt, sagte Wen. Das Kreditwachstum solle jedoch stärker gemäßigt werden.

Die chinesische Regierung werde dieses Jahr mit einer gemäßigten Zinspolitik fortfahren, sagte Zhou Xiaochuan, Chef der chinesischen Zentralbank in einer Neujahrsansprache am vergangenen Donnerstag zu seinen Mitarbeitern. Es sei wichtig, hier genau das richtige Maß zu finden.

Die Inflationsrate werde Schätzungen zufolge im Jahr 2010 rund 2,2 Prozent betragen, wenn das Kreditwachstum die erwarteten 7 bis 8 Billionen Yuan (700 bis 800 Milliarden Euro) nicht übertreffe, sagte Lu Zhengwei, Senior Volkswirt bei der Industrial Bank, zur Global Times.

Der Dollar werde sich in der Jahresmitte erholen, wodurch der Verbraucherpreisindex, der am stärksten zur Inflation beitrage, gedämpft werde, sagte Lu. Wenn die chinesische Regierung jedoch nicht den richtigen Zeitpunkt für den Ausstieg aus dem Konjunkturprogramm finde, könne es in den Jahren 2011 oder 2012 Inflationsrisiken geben.

Quelle: Global Times

Druckversion | Artikel versenden | Kommentar | Leserbrief | zu Favoriten hinzufügen | Korrektur

Kommentar schreiben
Kommentar
Ihr Name
Kommentare
Keine Kommentare.
mehr