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27. 01. 2010 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Gesetzentwurf

China: Bei Verzehr von Hunden oder Katzen drohen Haft und Bußgelder

Die chinesische Regierung hat den ersten Entwurf zum Schutz von Tierquälerei herausgebracht. Einwände von Bürgern drohen ihn aber zu verwässern. Der Schutz von Hunden und Katzen ist aber beschlossene Sache.

Ein Pilotprojekt soll Chinas Tiere vor Missbrauch oder Verletzung schützen. Demnach fällt unter Missbrauch die Verletzung, oder das Töten von Tieren auf grausame Art. Der Entwurf besteht aus neun Kapiteln die unter anderem Regelungen zur medizinischen Versorgung der Tiere, Tiertransporte und für Schlachthäuser beinhalten.

Er sieht außerdem vor, dass Menschen, die beim Verzehr von Hunde- oder Katzenfleisch erwischt werden, für bis zu 15 Tagen inhaftiert werden können und 5000 Yuan (520 Euro) Strafe zahlen müssen. Organisationen oder Gruppen, die diese Regelung verletzten, werden mit 10.000 Yuan (1040 Euro) bis 500.000 Yuan (52.000 Euro) belangt. "Das wird nur die wenigen Leute betreffen, die Hunde oder Katzen essen", sagte Chang Jiwen, Leiter des Panels, das den Gesetzentwurf zum Tierschutz erarbeitet. In einigen südchinesischen Provinzen stehen Katzen und Hunde jedoch traditionell auf der Speisekarte.

Einige Bürger können die Vorschläge nicht akzeptieren, die im Zusammenhang mit Tierschutz und Tierwohl gemacht worden sind.

Die China National Native Produce & Animal By-Products Import & Export Corporation reibt sich derweil die Hände. Durch den Schutz bestimmter Tiere werde das Handelsvolumen von Daunen und Kaschmir steigen, die bekannternaßen jeweils von Gänsen und Kaschmirziegen stammen, hieß es in einem Bericht der Chongqing Evening News.

Einwänden von Bürgern: "Menschliches Wohl geht über tierisches Wohl"

Die Juristen, die derzeit Chinas erstes Tierschutzgesetz ausarbeiten, haben nach öffentlichen Einwänden inzwischen einige Bestimmungen aus den Vorschriften entfernt, berichtete die Beijing Legal Evening News am 25. Januar.

Chang Jiwen gab an, dass die Verfasser des Gesetzes während einer viermonatigen öffentlichen Anhörung, die im September letzten Jahres begann, über 300 E-Mails und mehr als 400 Telefonate bekommen hätten.

"Die meisten Stellungsnahmen waren zielorientiert, aber einige Bürger sagten auch, sie könnten die Vorschläge zum Schutz der Tiere nicht akzeptieren, weil sie der Meinung sind, dass die oberste Priorität dem menschlichen Wohlergehen gelten solle", sagte Chang. Die Juristen hätten sich daher entschlossen, den Gesetzentwurf dahingehend abzuändern, dass er sich nun auf ein Verbot der Tierquälerei konzentriert. Der überarbeitete Entwurf wird den Behörden im April 2010 zur Prüfung vorgelegt.

Tiere müssen nun "nett" geschlachtet werden

Der Gesetzentwurf definiert Tierquälerei nun als das unnötige Zufügen von Schmerzen oder Schäden. Er nimmt aber auch grausame Methoden, Tiere zu schlachten ins Visier. Das ausarbeitende Panel sagte, die Maßnahmen gegen die Tierquälerei könnten von der Öffentlichkeit leichter akzeptiert werden.

Chang, Professor am Rechtsinstitut bei der Chinesischen Akademie für Sozialwissenschaften, gab an, der Gesetzentwurf enthalte Bestimmungen über die Vorbeugung von Tierquälereien, über die Gesundheitspflege der Tiere und über den Transport und die Schlachtung. Das Verbot der Verwendung von Katzen- und Hundefleisch wird definitiv Teil des Gesetzes.

Quelle: german.china.org.cn

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