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19. 04. 2010 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Guangdong

Auftragnehmer von Microsoft werden wegen Schwarzarbeit gerügt

Diese Unternehmen sollen hundert minderjährige Schwarzarbeiter beschäftigt und sie zu Überstunden gezwungen haben.

Zwei Fabriken in der Provinz Guangdong, welche vom internationalen Softwarekonzern Microsoft Aufträge erhalten, haben gegen das Arbeitsgesetz verstoßen und über 300 16- bis 18-jährige Arbeiter illegal beschäftigt. Den Unternehmen drohen Strafen, falls sie ihre Praktiken nicht ändern und sich an die Gesetze halten, so die Behörden. Die Strafverfolgung wurde durch das Dongguan Arbeitsbüro eingeleitet, das damit auf den Bericht der gemeinnützigen amerikanischen Organisation National Labor Committee NLC reagierte. Der am Dienstag veröffentlichte Bericht beschreibt, dass junge Arbeiter in der KYE System Corporation Fabrik in Dongguan in der südchinesischen Provinz Guangdong Überstunden arbeiten müssten, schlecht bezahlt würden, nicht genügend Essen erhielten und wenige Freiheiten hätten. So sollen 16- und 17-jährige Arbeitskräfte 15-Stunden-Schichten für etwa 35 Cents pro Stunde arbeiten. Ihnen ist es untersagt, während der Arbeit zu reden oder aufs Klo zu gehen und sie schlafen in überfüllten Räumen mit 14 Mitbewohnern. Sie dürfen die Fabrik nur zu gewissen Zeiten verlassen, so Presseberichte vom Freitag.

Das Taiwaner Unternehmen KYE baut Hardware von Microsoft und anderen Herstellern zusammen und verpackt diese. KYE besitzt zwei Fabriken in Dongguan – die Kunying Computer Products Company und die Xieying Computer Products Company. Diese beschäftigten fast 4000 Arbeiter, so ein Bericht des Dongguan Arbeitsbüros, welcher am Freitag veröffentlicht worden war. "Wir haben keine Hinweise dafür gefunden, dass die beiden Fabriken Kinder unter 16 Jahren beschäftigen, aber sie verstoßen in manchen Punkten gegen das Arbeitsgesetz", erklärte Xie Yanfang, ein Funktionärin des Büros. Chinas Gesetz verbietet Kinderarbeit - so dürfen keine Arbeitskräfte unter 16 Jahre alt sein. Minderjährige dürfen jedoch beschäftigt werden, wenn sie zwischen 16 und 18 Jahren alt sind und dies der Arbeitgeber bei den Behörden meldet, erklärte sie. Die Nachforschungen ergaben, dass die beiden Fabriken 385 minderjährige Arbeiter aus Mittelschulen aus den Provinzen Sichuan und Guizhou beschäftigten. 326 von ihnen waren nicht den lokalen Arbeitsbehörden gemeldet.

Zu Überstunden gezwungen. Die Fabrikmanager gaben den Angestellten keine Kopien ihrer Arbeitsverträge und zwangen sie zu Überstunden. So mussten Arbeiter an den Produktionslinien im Schnitt 280 Stunden im März arbeiten, viel mehr als die normalen 160 Stunden pro Monat bei einer 40-Stunden-Woche. Die Arbeiter erhielten jedoch ihren Lohn und wurden für die Überzeit kompensiert und ihr Lohn entsprach dem Mindestlohn der Stadt. "Die Fabriken wurden angewiesen, ihre illegalen Praktiken binnen einer Woche zu korrigieren, oder sie müssen mit den entsprechenden Strafen gemäß dem Gesetz rechnen. Wir werden die Fabriken genau im Auge behalten und die Rechte der Arbeiter schützen", erklärte sie. Die Funktionäre von KYE und der beiden Fabriken konnten am Freitag nicht für einen Kommentar erreicht werden.

"Die US-Organisation muss manche Dinge in den Fabriken falsch aufgefasst haben. Die meisten Anklagen der NLC treffen nicht zu in den Fabriken, die sich eigentlich an die Gesetze halten", erklärte Chen Hongqin, ständiges Mitglied der Taiwan Business Association in Dongguan. Li Jiongliang, Geschäftsführer von Kunying, soll am Freitag gesagt haben: "Der NLC Bericht ist nichts als Verleumdung!" Doch habe er die Absicht des Reports auf den letzten beiden Seiten desselben entdeckt. Dort heißt es, dass Microsoft noch immer viele Chinesen beschäftige, obwohl es in den USA derzeit 22 Millionen Arbeitslose gäbe. "Der Report muss etwas mit den chinesisch-amerikanischen Handelsstreitigkeiten zu tun haben", meinte er.

Brian Tobey, Microsoft Vizepräsident für Herstellung und Operation, erklärte in einer Stellungsnahme auf dem offiziellen Blog der Firma am Donnerstag, dass dem NLC Bericht nachgegangen würde. Ein Team von unabhängigen Prüfern ginge in die KYE Fabriken und Microsoft werde Überwacher in den Fabriken einsetzten, bis brauchbare Resultate vorliegen. Der größte Softwareproduzent der Erde erklärte, dass er rigorose Standards für seine Lieferanten wie KYE habe und dass die Lieferanten jedes Jahr überprüft würden. Viermal jährlich würden zudem die Fabriken überprüft und KYE berichte wöchentlich über gewisse Arbeits- und Sicherheitsdaten.

Quelle: China Daily

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