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| 21. 04. 2010 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
Immer mehr gefälschte Waren verlassen China, da sie anonym über das Internet bestellt werden können. Doch die Zollbehörden wollen diesem Geschäft einen Riegel schieben und kontrollieren Exporte rigoros.
Die chinesischen Zollbehörden beschlagnahmten zwischen Juni und Dezember letzten Jahres 37.000 Sendungen und Expresssendungen, die unechte Güter enthielten. Dies seien sieben Mal mehr als in derselben Periode des Jahres 2008, wie die Generalzollverwaltung GAC am Montag bekannt gab. Am 20. Juli 2009 hielten die Zölle in Beijing eine Expressexportsendung an, um eine Stichprobe durchzuführen. Jede der 75 Boxen, die mit "digitalem Zubehör und Teilen, Digitalkassetten und Elektronikzubehör" beschriftet waren, wog 30 Kilogramm. Die Pakete sollten in zehn Länder verschickt werden. Als die Funktionäre die Boxen öffneten, entdeckten sie über 50.000 Mobiltelefone, SD Karten, Flashlaufwerke und Speicherriegel von 12 verschiedenen Marken. Die Schmuggellieferung öffnete den Zollbehörden die Augen für die Problematik der Urheberrechtsverletzungen in China. Der Fall wird jetzt ans Departement für öffentliche Sicherheit weitergeleitet, das ihn weiter untersuchen soll.
Der drastische Anstieg der illegalen Praktiken sei auf die Entwicklung des Internetgeschäfts zurückzuführen, erklärte Meng Yang, Direktorin der Gesetze- und Regulationsabteilung der Generalzollverwaltung, an einer Pressekonferenz in Beijing. "Der Schutz von geistigem Eigentum beim Exporthandel ist neuen Bedrohungen ausgesetzt, da sich das Internetgeschäft entwickelt. Da der Onlinehandel populärer wird, gibt es mehr und mehr Fälle, wo gefälschte Güter per Post, Expresssendungen oder von individuell Reisenden über die Grenzen gebracht werden", erklärte Meng. Der Zoll würde jedoch nicht von einer Verletzung der Gesetzte zum Schutz von geistigem Eigentum ausgehen, wenn die Menge der gefälschten Güter, die die Passagiere mit sich führen, "im Rahmen des persönlichen Gebrauchs" liege. Zhao Fudi, Pressesprecher der GAC, führte zwischen Juni und Dezember letzten Jahres eine Reihe von Inspektionen durch, die auf Post- und Expresssendungen fokussierten. "Die Zahl der Sendungen, die beschlagnahmt werden mussten, stieg 2009 um 738 Prozent im Vergleich zum Jahr 2008 an. Die Zahl der Güter nahm um 28 Prozent und der Gesamtwert der Güter um 402 Prozent zu", erklärte er.
Internetgeschäft wächst. Chinas Onlinebusiness hatte 2009 ein Geschäftsvolumen von 530 Millionen Yuan (57 Millionen Euro), 248,7 Prozent mehr als im Vorjahr, wie iResearch am Donnerstag berichtete. Das chinesische Internetgeschäft erreiche eine kritische Masse. "In den nächsten zwei oder drei Jahren wird das chinesische Internetgeschäft mit 70 Prozent im Jahr wachsen. Der Verkauf realer Güter wird um bis zu 400 Prozent im Jahr ansteigen", so der Bericht. Den Daten der Zollbehörden zufolge wurden letztes Jahr 280 Millionen Gegenstände wegen Verletzung der Rechte zum Schutz geistigen Eigentums beschlagnahmt. Ganze 99,9 Prozent von ihnen waren für den Export bestimmt und 99 Prozent waren Markenfälschungen. Tabakprodukte, Leichtindustrieprodukte, Kosmetik- und Gesundheitsprodukte, Hardware, mechanische Produkte und Kleidung führten die Liste der Güter, die anhand der Beschlagnahmungen 2009 angelegt wurde, an. Unter all den Kategorien ist nur die Zahl von Tabakprodukten im Vergleich zurückgegangen. Sie betrug im Jahre 2008 ganze 560 Millionen, im Jahre 2009 nur noch 180 Millionen.
Quelle: China Daily
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