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| 07. 07. 2010 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
Bestechung ist in der chinesischen Geschäftswelt häufig. Doch nun scheinen sich auch immer mehr ausländische Firmen den chinesischen Verhältnissen anzupassen, um am chinesischen Markt bestehen zu können. Analysten fordern deshalb von der Regierung eine saubere Gesetzgebung, welche sicherstellen soll, dass sich Firmen "Business konform" verhalten.
Offiziell haben sich ausländische Firmen in China lange ein sauberes Image bewahren können, doch nach dem der Bestechungsskandal um die Firma Johnson&Johnson immer mehr publik wird, kommen Zweifel am Image "der Saubermänner aus dem Westen" auf.
Laut Experten ist die Zentralisierung ein großes Problem in China, bei der nur eine handvoll Leute den gesamten Markt kontrolliert. Ausländische Firmen waren gezwungen Bestechungen einzusetzen, um überhaupt ein Chance am chinesischen Markt zu haben. "Ausländische Firmen sehen sich in China mit großen Herausforderungen konfrontiert: Sie müssen sich entscheiden, ob sie zu chinesischen Methoden greifen und Erfolg haben oder ob sie zivilisiertere Wege gehen", erklärte Wang Zhile, Direktor des Forschungszentrums für transnationale Kooperation.
Beim Skandal um Johnson&Johnson, bestachen diese den ehemaligen Vorsitzenden der staatlichen Lebensmittel- und Drogenkontrolle, Zhang Jingli. Dieser wurde daraufhin im Juli seines Amtes wegen Bestechung enthoben. Durch die Bestechungsgelder soll eine beschleunigte Registrierung von medizinischen Produkte erreicht worden sein. Die Firma leugnet dieses Vorgehen. "Wir sind über keine laufende Untersuchung wegen Bestechung oder einer Beschleunigung der Patentierung informiert. Wir sind von den Behörden nicht unterrichtet worden", erklärte Jiang Ke, Sprecher der Firma.
"Bestechung entsteht durch die träge und komplizierte Administrative in China", bestätigt Ma Guangyuan, Wirtschaftsbeobachter. Auch wenn bei medizinischen Produkten Sorgfalt gefragt ist, kostet eine übermäßige Verzögerung des Prozesses, die Firmen viel Geld, welches sie vormals in die Entwicklung ihrer Produkte gesteckt haben. Eine reguläre Registrierung sollte in 90 Tagen erledigt sein, in China dauert der Vorgang häufig mehr als zwei Jahre. Allein Johnsons&Johnsons lässt jedes Jahr mehr als 10.000 Produkte registrieren. Die Firma hat mittlerweile einen Marktanteil von 30 Prozent in China.
Auch andere ausländische Firmen wurden der Korruption beschuldigt. Laut eine Untersuchung aus dem Jahr 2007 gehen 64 Prozent der 500.000 Korruptionsfälle, die in den Jahren 1996-2006 verübt wurden, auf internationale Firmen zurück.
Im April diesen Jahres nahm auch ein Vorsitzender von China Mobil mehr als 5 Millionen Yuan, offiziell als Beraterhonorar, vom deutschen Konzern Siemens entgegen. Auch der amerikanische Kosmetikkonzern Avon verzeichnete im April sehr hohe Ausgaben für Auslandsreisen für chinesische Kader nach Frankreich, Kanada, Hawaii und New York.
"Es ist ein offenes Geheimnis, dass viele ausländische Firmen Kontakte zur Regierung aufbauen müssen, viele Aufträge kommen aus und über die Regierung. Wird auf diese Weise ein für die Firma profitabler Auftrag vergeben, will meist jemand daran mitverdienen", erklärte ein Angestellter der Firma. "Desto besser die Beziehungen zur Regierung, desto besser lassen sich in China Geschäfte machen. Viele der Angestellten in ausländischen Firmen sind Chinesen und die Wissen wir das System funktioniert", erklärt Wang Yukai, Professor für öffentliche Administrative an der National School für Administrative. Er betont weiter, dass sich China dringend verbessern muss, was Fairness und saubere Methoden in der Geschäftswelt betrifft. Selbst wenn die ausländischen Firmen bessere Produkte anbieten, können sie sich auf dem chinesischen Markt nicht halten, wenn sie sich nicht an die hier geltenden Regeln halten und da gehört Bestechung eben dazu. Bei ausländischen Firmen liegt zudem die Strafe für Korruption niedriger. Die Hemmschwelle sinkt sich am Spiel zu beteiligen. Ma sagte auch, dass es besser sei, wenn die Kontrolle für Geschäftsregeln nicht nur bei wenigen läge. Die Chance, dass diese ihr Amt missbrauchen, sei so wesentlich höher.
Wan Jun, Forscher am Institut für Wirtschaft und Politik, an der chinesischen Akademie für Sozialwissenschaften sagte: "China mangelt es an einem Gesetz zur Kontrolle der Marktteilnehmer, zudem fehlt eine Aufsicht, welche ausländische Firmen kontrolliert. Bestechung gibt es auch in anderen Staaten, die Regierung muss schauen, wie sie diese unterbinden kann, ohne ein ungesundes Klima für den Markt zu schaffen."
Quelle: Global Times
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