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03. 09. 2010 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Umwelt

Fujian: Zahlreiche Krebsfälle nach Flussverschmutzung durch Zijin Mining Group

Schlagwörter: Zijin, Goldmine, Umwelt, Krebs

Bewohner eines Dorfes neben dem Berg Zijin in der südostchinesischen Provinz Fujian - Chinas größter Goldmine, die China im Juli mit einer Umweltkatastrophe erschüttert hatte – berichten von ihrer stark beeinträchtigten Gesundheit.

Die Bewohner des Dorfes Bitian in Fujian sagten gestern der Tageszeitung Southern Morning Post, dass sie einst in einem idyllischen Zuhause lebten, eingebettet in grüne Bergehänge. Von Zeit zu Zeit sammelten sie aus dem nahegelegenen Fluss Tingjiang etwas Goldsand um ein Zusatzeinkommen zu haben.

Vor zehn Jahren jedoch änderte sich ihr Leben, als die Zijin Mining Group ihr Geschäft erweiterte.

40 der 1300 Dorfbewohner bekamen in den vergangenen zehn Jahren Krebs, 35 von ihnen starben. Die meisten waren zwischen 30 und 40 Jahre alt.

Im nahegelegenen Dorf Yueyangpian gab es ebenfalls eine Reihe von Krebsfällen. Heute sind mehr als 60 Menschen im Dorf an Krebs erkrankt. Fast jeder der in den vergangenen Jahren starb, starb an Krebs, hieß es in dem Zeitungsartikel.

Anwohner des Berges Zijin machten das Bergbauunternehmen für die Einleitung von Schwermetallen in ihr Trinkwasser verantwortlich. Doch ihre Stimmen wurden bis zum 3. Juli dieses Jahres weitgehend ignoriert, als eine giftige Flüssigkeit aus der Mine in den Tingjiang lief, Tonnen Fischen starben und die Umweltkatastrophe landesweit für Aufregung sorgte.

Den Dorfbewohnern zufolge war Tingjiang einst ein breiter, klarer Fluss, der über glatte Steine dahinplätscherte. Doch auch noch 40 Tage nach der starken Verschmutzung ist der Fluss noch grün vom ausgelaufenen Kupfer.

Bis zu diesem Zeitpunkt diente der Fluss den Dorfbewohnern als Trinkwasserquelle.

Heute bedeckten selbst die schönsten Frauen der Gegend ihre Füße und Beine an den heißesten Tagen, da sie vom verschmutzten Wasser verfault seien, hieß es weiter.

"Es juckte selbst wenn man nur leicht mit dem Wasser in Kontakt kam", sagte Zhong Shanlian, eine Dorfbewohnerin. Wenn starke Regenfälle die Rückstände aufwirbelten, färbe sich das dunkelgrüne Wasser dunkelrot, sagte sie.

Trotz der Versprechen der lokalen Umweltschutzbehörde, dass der Fluss nun sauber sei, laufen die Dorfbewohner noch immer lieber kilometerweit, um ihr Trinkwasser direkt aus Bergquellen zu beziehen.

Diejenigen, die es sich leisten können, kaufen Wasserflaschen. "Im Radio sagen sie immer und immer wieder, dass das Flusswasser sauber ist, doch keiner von uns glaubt es", sagte ein Dorfbewohner.

 

Quelle: Shanghai Daily

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