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| 29. 10. 2010 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
Die Zentralregierung erhöht die Armutsgrenze, trotz der Gefahr, dass das Budget zur Armutsbekämpfung deswegen knapp werden könnte.
Laut der Wirtschaftsvorschau der Zeitung 21st Century am Mittwoch wird die chinesische Regierung die Armutsgrenze von 1196 Yuanauf 1400 Yuan (jährliches Einkommen) erhöhen. Die Zeitung berichtet, dass die Behörde zur Armutsbekämpfung unter dem Staatsrat nun Vorschläge unterbreitet, die insbesondere auf die Armutsbekämpfung in ländlichen Gebieten und die Entwicklung für die nächsten 10 Jahre abzielen. "Die aktuelle Armutsgrenze ist lediglich aufgrund der grundlegenden Kalorieneinnahme, die jeder Mensch benötigt, festgelegt, aber jetzt brauchen wir ein neues Konzept für ein gesünderes Leben, so dass weitere Kriterien enthalten sein sollten und der Messstandard erhöht werden muss", erzählte ein Beamter beim nationalen Statistikamt der Zeitung. Die Armutsgrenze Chinas, die tatsächlich nur 3 Yuan (0,36 Euro) pro Person und Tag beträgt, ist viel niedriger als der Weltstandard von 0,90 Euro. Dieser Betrag ist angeblich der niedrigste in den 75 Ländern, die von der Weltbank im Jahr 2005 untersucht worden sind - unter ihnen neben Indien und Laos auch Vietnam.
Knappes Budget. Die Änderung würde mehr unterprivilegierten Menschen ermöglichen, von staatlichen Hilfeleistungen zu profitieren, um ihre täglichen Lebensbedürfnisse zu erfüllen. Wang Xiaolin, der Forschungsdirektor des International Poverty Reduction Centers in China (IPRCC), sagte, dass bei der Festlegung der Armutsgrenze die finanzielle Situation des ganzen Landes auch berücksichtigt werden sollte. Wang erklärte, dass aufgrund des aktuellen Weltstandards mehr als 100 Millionen Menschen in China noch in Armut lebten, aber die Finanzen der Regierung nur für die Unterstützung der Hälfte dieser Menschen ausreiche. Deshalb forderte er, dass der Messstandard gesenkt werden muss, um sicherzustellen, dass die Ressourcen den Menschen, die sie am meisten benötigen, zugewiesen werden. China hat seine Armutsgrenze seit den 1980ern mehrmals angepasst, der aktuelle Standard wurde im Jahr 2008 festgelegt, während die Armutsquote in ländlichen Gebieten von 18,5 Prozent im Jahr 1981 auf 2,8 Prozent im Jahr 2004 gesenkt und die Zahl der in Armut lebenden Bevölkerung von 152 Millionen auf 26 Millionen reduziert wurde.
Quelle: Global Times
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