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| 02. 11. 2010 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
Knapp achtzig Prozent der Chinesen sind laut einer Umfrage der Ansicht, die chinesische Regierung solle weiterhin den Weg der politischen Reform gehen. Gleichzeitig soll gesellschaftliche Stabilität die oberste Priorität haben.
Knapp acht von zehn im Rahmen einer Studie befragten Chinesen sind der Ansicht, die chinesische Regierung solle weiterhin den Weg der politischen Reform gehen, während eine Mehrheit gleichzeitig glaubt, dass die oberste Priorität die Stabilität der Gesellschaft sein solle. Dies waren die wesentlichen Ergebnisse einer vor kurzem durchgeführten Umfrage, bei der angeblich die Mehrheit der Chinesen gegen den Weg einer "vollkommenen Verwestlichung" war.
Die Telefonumfrage, die sich auf das Thema politische Reformen konzentrierte, wurde vom Global Poll Center unter Global Times durchgeführt. Es wurden Erwachsene in Beijing, Shanghai, Guangzhou, Chengdu, Changsha, Xi'an und Shenyang vom 28. bis 31. Oktober befragt. Angaben über das Alter oder den sozialen Status der Befragten gab es nicht. Insgesamt 78,4 Prozent der 1.327 Befragten befürworteten eine weitere politische Reform, und nur fünf Prozent drückten eine gegensätzliche Ansicht aus. Weitere 16,7 Prozent der Befragten wollten sich nicht direkt zu dem Thema äußern.
Bei Fragen zum Ziel der politischen Reform hatten über 50 Prozent der Befragten die Möglichkeit, zwei Dinge zu befürworten: Den "Aufbau eines demokratischen politischen Systems mit chinesischer Prägung" und die "weitere Entwicklung". Ob damit die wirtschaftliche, die soziale Entwicklung oder beides gemeint ist, wurde nicht bekannt. Nur 15,5 Prozent waren der Ansicht, dass ein westliches demokratisches System eingeführt werden solle.
Zhang Weiwei, Professor am Genfer Institut für Diplomatie und Internationale Beziehungen und ehemaliger Übersetzer von Deng Xiaoping, sagte, er sei zufrieden mit der "Reife der Öffentlichkeit bei Meinungen über die Politik". Die zunehmende Förderung, Experimente und Beschleunigung seien die drei effektiven Waffen, die China in der Vergangenheit während seiner Wirtschaftsreform genutzt hätte, und diese könnten auch bei der politischen Reform angewendet werden, sagte Zhang, der den Westen kürzlich im Zusammenhang mit der Nobelpreisverleihung davor warnte, er solle aufpassen, dass er nicht mit Arroganz untergehe.
Einige Probleme werden als besonders dringlich angesehen. Nahezu 70 Prozent der Befragten waren angeblich gegen eine völlige Verwestlichung, und 68,9 Prozent meinten, gesellschaftliche Stabilität sollte Priorität haben. Die Lehren, die man aus dem Weg der ehemaligen Sowjet-Union, die 1991 zusammenbrach, ziehen könnte, wurde von 36,5 Prozent der Befragten als Argument dafür genannt. Außerdem warnten sie davor, mit der politischen Reform zu spät zu beginnen.
Zhang Shuhua, politischer Forscher an der Chinesischen Akademie für Sozialwissenschaften, merkte an, dass eine Grundlage in Recht und Kultur dabei helfen werde, den Weg für eine bessere politische Reform zu ebnen. Das Gegenteil könne die Lösungen für die sozialen Probleme des Landes verzögern. "Eine völlige Verwestlichung ist mit Sicherheit keine Lösung für uns. Selbst westliche Länder erkennen, dass Chinas politisches Modell die politische Entwicklung der Welt bereichert hat", so Zhang. "China sollte politisches Selbstvertrauen haben."
Zwei Probleme, nämlich die Verringerung der Kluft wischen Arm und Reich sowie der Kampf gegen Korruption, wurden von 79,2 Prozent beziehungsweise 73,9 Prozent als die dringendsten praktischen Probleme herausgestellt, die einer Lösung bedürfen. Vier weitere Probleme – die Gewährleistung der demokratischen Rechte, die Transparenz bei Parteiangelegenheiten, strengere Gesetze und die Ausweitung der Demokratie – wurden von über 60 Prozent angesprochen. Insgesamt 63,9 Prozent sagten, dass China in den vergangenen 30 Jahren eine politische Reform durchgeführt habe, während 26,9 Prozent meinten, dass nur eine Wirtschaftsreform deutlich geworden sei.
Quelle: Global Times
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