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| 20. 04. 2011 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
Auch wenn Wasserkraft die bislang umweltfreundlichste Energiequelle darstellt, warnen Experten vor dem blinden Bau große Wasserkraftwerke in China. Denn wenn Dämme bersten, sterben meist mehr Menschen als bei einem Super-GAU.

Das Wasserkraftwerk beim Drei-Schluchten-Damm
Chinas größte Herausforderung beim Bau von Hydroenergie-Projekten ist die erfolgreiche Anwendung einer Technologie, welche die Gefahr von Erdbeben und anderen Katastrophen in den seismisch aktiven südwestlichen Regionen reduziert. Dies sagte am Montag ein Beamter der Wasserschutzbehörde.
"Große derzeit in Bau oder in der Warteschleife befindliche Wasserprojekte in südwestlichen Regionen zählen zwar zu den weltweit leistungsfähigsten, im Bereich ihrer Resistenz gegenüber Fluten, Erdbeben und anderen Naturkatastrophen wachsen jedoch die öffentlichen Sorgen", warnte Hu Siyi, Vizeminister des Amts für Wasserressourcen, auf einer Konferenz zum Schutze des Yangtze-Flusses. Um auf Nummer Sicher zu gehen, sollten Wasserkraft-Projekte Technologien beinhalten, die für Gebiete mit besonderen geologischen Bedingungen wie hohen Temperaturen, gefrorenem Boden oder einem häufigen Vorkommen von Erdbeben entwickelt worden sind. Dabei müssten diese Technologien auch im Falle von Naturkatastrophen den Wiederaufbau von Dämmen unterstützen können.
China will die Nutzung von Hydroenergie massiv ausbauen, um einerseits den wachsenden Energiebedarf decken zu können und andererseits auf die internationalen Forderungen einer Reduzierung von Treibhausgasen einzugehen. Gemäß dem zwölften Fünf-Jahres-Plan (2011-2015) soll China im Jahr 2015 in der Lage sein, 310 Gigawatt Leistung aus Hydroenergie-Kraftwerken zu beziehen. Bis heute wurden bereits große Fortschritte in Richtung dieses Zieles gemacht. Ende 2010 konnte das Land 208 Gigawatt durch Wasserkraft herstellen, was weltweit einmalig ist. In den südwestlichen Provinzen Yunnan und Guizhou befinden sich derzeit sieben Hydroenergie-Projekte im Bau, welche zusammengenommen über eine Kapazität von mehr als 70 Gigawatt verfügen.
Bebengefahr. Jedoch sind Geologen über die gegenwärtigen Dammbaupläne in dieser seismisch aktiven Region besorgt. Sie halten Erdbeben und Erdrutsche nicht nur für Gefahren für die Projekte, sondern auch vor allem für die benachbarten Ortschaften und Wohngegenden. Wang Jirong, ein Mitglied des 11. Nationalen Volkskongresses, stimmte einem Vorschlag zu, welcher auf die Sorgen der Geologen mit Hinblick auf die Konstruktionspläne eines Staudamms am Nujiang-Fluss in der Provinz Yunnan eingeht. Hu Siyi war der erste Beamte, der zu diesen Sorgen Stellung bezog.
"Es ist dies ein Zeichen, dass Chinas oberste Beamte als Antwort auf den nuklearen Notstand und die vorangegangenen Naturkatastrophen in Japan damit begonnen haben, eine kritischere Haltung gegenüber Hydroenergie-Projekten einzunehmen", sagte Zhang Xingsheng, Managing Director der Nature Conservancy’s North Asia Division, einer Umweltschutzgruppe mit Sitz in den Vereinigten Staaten.
Zhang sagte, dass im Südwesten geplante Staudammprojekte nicht ohne wissenschaftliche Untersuchungen über die potentiellen Auswirkungen auf die Umwelt genehmigt werden sollten. Dies sei eine Vorsichtsmaßnahme, die "bei den gegenwärtigen Staudammprojekten nahezu nicht-existent ist". Er bemerkte auch, dass das Drei-Schluchten-Damm-Projekt (TGDP) nur gestattet wurde, weil es seit mehreren Jahrzehnten herbeigesehnt wurde. "Doch einige der Projekte, die ebenfalls eine große Dimension haben, sind im Laufe eines viel kürzeren Zeitraums genehmigt worden".
"Projektentwickler sollten sich bewusst machen, dass diese geologischen Bedingungen auch Geschäftsrisiken in sich bergen", meinte Zhang. "Japans Krise ist eine Erinnerung daran, dass die Macht der Naturkatastrophen niemals unterschätzt werden sollte." Doch meinte Zhang ebenfalls, dass eine Verlangsamung des Planungstempos von Chinas Hydroenergie-Anlagen unwahrscheinlich sei.
Quelle: China Daily
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