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| 15. 05. 2011 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
Chinas Kennzahl für Softwarepiraterie fiel 2010 im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozentpunkte. Die Rate ist zwar leicht rückläufig, die Piraterie stellt aber weiterhin ein ernstzunehmendes Problem dar und gefährdet die lokale Softwareindustrie.
Chinas Kennzahl für Softwarepiraterie fiel 2010 im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozentpunkte. Allerdings ist nach einem neuen Gutachten der Geschäftswert illegaler Software im vergangenen Jahr um 1,5 Prozent gestiegen auf eine Summe von insgesamt rund 14,2 Milliarden Euro.
Das Gutachten der Internet-Forschungsfirma Chinalabs brachte zum Vorschein, dass die durchschnittliche Piraterie-Rate von 14 Prozent auf zwölf Prozent gefallen war. Das staatliche Amt für geistiges Eigentum bevollmächtigt Chinalabs seit 2005 zur Sammlung entsprechender Daten. Mehr als 4800 Privatpersonen und Firmen nahmen landesweit an der Untersuchung teil. Die neuesten Resultate wurden am Donnerstag veröffentlicht.
Die durch Piraterie verursachten Verluste betragen laut Gutachten im Jahr 2010 nur noch neun Prozent des chinesischen Softwaremarktes, im Vergleich zu zwölf Prozent im Jahr 2009. Der Rückgang der Piraterie-Rate wurde einer Regierungskampagne zugerechnet, welche eine höhere Anwendungsquote legaler Software beabsichtigt. Daneben werden die wachsende Anzahl preiswerter Angebote inländischer Unternehmen, die breitere Verfügbarkeit von Freeware-Programmen sowie eine mannigfaltigere Auswahl an Distributionskanälen für Software angepeilt.
Weiterer Handlungsbedarf. Der aktuelle Bericht forderte nachdrücklich weitere Unterstützung von Regierungen und großen Unternehmen bei der Förderung legaler Software, welche im Endeffekt die Softwareindustrie besänftigen und Konsumenten leiten wird. Zhang Qin, Generalsekretär des chinesischen Wissenschafts- und Technikverbandes, sagte, Chinas Softwareindustrie sei hinsichtlich ihres Entwicklungsmodells im Wandel. "Zukünftige Profite hängen immer mehr von der Bereitstellung diverser Internetdienstleistungen ab", sagte Zhang. "Unter dieser Voraussetzung wird die Softwarepiraterie in China weiter zurückgehen."
Dennoch warnte Zhang vor Selbstzufriedenheit wegen des derzeitigen Rückgangs der Piraterie-Rate, da die Anzahl unlizenzierter Softwareinstallationen weiterhin anwächst. Zu einem früheren Zeitpunkt in diesem Monat hielt das Büro der US-amerikanischen Handelsvertretung China zu Gute, dass das Land bei der Bekämpfung von Internetpiraterie Fortschritte machen würde. Dennoch war China weiterhin auf der jährlich herausgegebenen US-Liste für "vorrangigen Überwachungsbedarf" vertreten, auf Grund der nur schwachen Schutzmaßnahmen bei geistigen Eigentumsrechten.
Ebenfalls am Donnerstag herausgegeben wurde der diesjährige globale Piraterie-Bericht der Business Software Alliance, einer Handelsgruppe aus Washington, bestehend aus so namhaften Unternehmen der IT-Branche wie Microsoft, Adobe und Cisco. Er kam zum Resultat, dass Chinas Piraterie-Rate von 79 Prozent im Jahr 2009 auf 78 Prozent im vergangenen Jahr herabsank. Der geschäftliche Wert wurde im Bericht der Business Software Alliance auf 5,5 Milliarden Euro beziffert.
Quelle: China Daily
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