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15. 05. 2011 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Energiepolitik

Energiekrise in China zwingt zum Ausfuhrstopp von Diesel

Schlagwörter: Diesel, Ausfuhr, China, Sinopec

China will die Ausfuhr von Diesel unterbinden, um die heimische Versorgung mit dem Kraftstoff zu gewährleisten. Stromausfälle haben in der letzten Zeit zusätzlichen Druck auf die Treibstoffproduzenten des Landes ausgeübt. Dies gab die staatliche Kommission für Entwicklung und Reform bekannt.

China wird den Export von Diesel in naher Zukunft aussetzen. Ausgenommen davon sind die beiden Sonderverwaltungszonen Hongkong und Macao. Dies meldeten die höchsten chinesischen Wirtschaftsplaner am Freitag. Die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission rief auch zu einer erhöhten Produktion von Ölnebenprodukten auf. Sie forderte die Unternehmen auf, keine petrochemischen Substanzen zum Zwecke von Spekulation und Preistreiberei zu horten.

Die Ankündigung kam zu einem Zeitpunkt, als sich vor dem Hochsommer die Nachfrage nach Strom erhöhte und zugleich die raffinierten Ölprodukte knapp wurden. "Wenn Diesel weiterhin exportiert wird, dann wird China höchstwahrscheinlich wieder einen Treibstoffmangel erleben", sagte He Wei, ein erfahrener Analyst bei der BOCOM International Holding Co, einer Investment Bank in Hongkong.

"Die großflächigen Stromausfälle führen zu einem erhöhten Dieselverbrauch, da immer mehr Unternehmen Diesel betriebene Stromgeneratoren verwenden, um die Produktion auch im Sommer aufrecht erhalten zu können", sagte Zhu Fang, stellvertretender Direktor der PR-Abteilung des chinesischen Verbands für die Chemische und Petrochemische Industrie. Der Verband hatte prognostiziert, dass der Dieselverbrauch in China im ersten Quartal 2011 im Vergleich zum Vorjahr um bis zu 15 Prozent auf 41,57 Millionen Tonnen steigen könnte.

Die China Petrochemical Corp., die nach Kapazität größte Öl-Raffinerie des Landes, hatte am 19. April bekannt gegeben, dass sie die Exporte von Ölprodukten suspendiert hat, um die inländische Versorgung zu garantieren. Die Firma, die auch unter dem Namen Sinopec-Gruppe bekannt ist, meldete im ersten Quartal des Jahres einen Verlust von 576 Millionen Yuan (89 Millionen US-Dollar), da die Firma angesichts der rasant steigenden internationalen Rohölpreise mit dem von der Regierung festgelegten Einzelhandelspreis für Diesel keine Gewinne mehr einfahren kann. Die Rohölpreise müssten für einen Gewinn bei rund 94 Dollar pro Barrel liegen, doch schwebten die globale Rohölpreise ständig über 100 Dollar pro Barrel, so Zhu. Der Preis für den kommenden Juni war am Freitag an der Warenbörse in London sogar auf 112,85 pro Barrel festgesetzt worden.

"Die Rohölpreise haben vor kurzem eine gewisse Volatilität erlebt, aber wir erwarten, dass der Durchschnittspreis wegen des Gleichgewichts zwischen Angebot und Nachfrage auch in den kommenden sechs Monaten zwischen 100 und 125 Dollar pro Barrel liegen wird", sagte He von BOCOM. In dieser Lage verkaufen die einheimischen Betriebe ihre Produkte lieber ins Ausland, weil sie dort Gewinne machen können.

"In Südchina gibt es im Großhandel einen Mangel an Diesel, da die Händler raffiniertes Öl horten. Sie rechnen damit, dass die Regierung angesichts der weiterhin hoch bleibenden Rohölpreise die Diesel- und Benzinpreise erhöhen werden", sagte Cindy Liang, eine Analysten bei Platts, einem Informationsanbieter in Energiefragen.

Nach Angaben der Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission wuchsen die Vorräte an raffinierten Ölprodukten bis Ende April im Vergleich zum Vorjahr auf 450.000 Tonnen. Es sei schwer vorherzusagen, wann die Regierung das Ausfuhrverbot aufheben wird, sagen Analysten. Insbesondere da die Aussichten beim weltweiten Ölpreis weiterhin unklar sind.

Quelle: China Daily

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