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| 09. 02. 2010 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
Der Chef der Iranischen Atomenergiebehörde (IAEO) Ali Akbar Salehi sagte am Dienstag, dass der Iran in der Anlage bei Natanz damit begonnen habe, auf 20 Prozent angereichertes Uran herzustellen. Dies berichtete die offizielle Nachrichtenagentur IRNA.

Der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinedschad (m.) verfolgt einen Vortrag, während er eine Ausstellung der Laserwissenschaft in Teheran am 7. Februar 2010 besucht. Am Sonntag hat er die Atomenergieorganisation des Landes aufgefordert, mit dem Herstellen von höher angereichertem Uran zu beginnen. Ein Schritt, der wahrscheinlich die internationale Skepsis über die wirklichen Absichten des Landes mit dem angereichertem Uran vertiefen wird.
"Seit heute stellen wir in der Nuklearaufbereitungsanlage in Natanz angereichertes Uran her", wird Salehi dort zituert. Auch der englischsprache lokale Fernsehsender Press TV berichtete, dass der Iran unter der Überwachung der internationalen Atomwächter mit der Anreicherung von Uran begonnen habe.
Am Montag hatte der Iran der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ein Schreiben zukommen lassen, in dem der Iran die Behörde über den geplanten Schritt informierte. Diese Provokation hat umgehend bei Frankreich und den USA Reaktionen ausgelöst. Sie warten das islamische Land vor neuen Sanktionen.
Der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinedschad bestand am Sonntag jedoch darauf, dass der Iran weiterhin bereit sei, dem UN-Plan zu folgen und sein Uran zur Anreicherung ins Ausland zu exportieren. Das Verfeinern von Uran produziert nuklearen Brennstoff für ein Kraftwerk, aber wenn es stark genug angereichert wird, kann daraus waffenfähiges Material gemacht werden.
Die Neuigkeiten aus Teheran haben die USA und ihre europäischen Verbündeten wütend gemacht. Sie behaupten, der Iran spiele auf Zeit, da er versuche, eine Atomwaffe zu bauen. US-Verteidigungsminister Robert Gates forderte die internationale Gemeinschaft auf, den Iran dazu zu bringen, sein Atomprogramm gänzlich aufzugeben. Deutschlands Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg sagte: "Die heutige Erklärung ist eine Farce. Auch in der Vergangenheit haben wir gesehen, dass die ausgestreckte Hand der internationalen Gemeinschaft nicht ergriffen, sondern zurückgewiesen wurde."
Die International Atomic Energy Agency (IAEA), der nukleare Wachhund der UN, hat bisher auf einen Kompromiss hingearbeitet, um die internationalen Spannungen über das iranische Atomprogramm zu entschärfen. Im Oktober hat die UNO vorgeschlagen, dass Teheran sein niedrig angereichertes Uran nach Russland und Frankreich ausführt. Die beiden Länder würden es dann ein Jahr später in Form von angereicherten Brennstäben zurückgeben, die in Irans Forschungsreaktor genutzt, aber nicht weiter verfeinert werden könnten, um waffenfähiges Material herzustellen. Durch die Ankündigung, dass der Iran seinen Brennstoff auf eigene Faust anreichern will, sieht es so aus, als lehne Ahmadinedschad den Deal der IAEA ab - obwohl er ihn nur wenige Tage zuvor zu unterstützen schien.
Der Iran will seine Uranvorräte von 3,5 auf 20 Prozent anreichern, um einen Forschungsreaktor zu betreiben, der medizinische Isotope erzeugen kann. Aber die internationale Gemeinschaft hat die Einstellung aller Anreicherungstätigkeiten gefordert, weil sie befürchtet, dass waffenfähiges Material produziert wird. Material für eine Atomwaffe muss jedoch zu 90 Prozent angereichert sein. Seine sämtlichen Lagerbestände auf die 20-Prozent-Marke anzureichern, ist somit ein wichtiger Schritt für das Atomprogramm des Landes.Das Erreichen dieser Ebene "wäre ein Schritt auf dem Weg zu waffenfähigem Uran", meinte David Albright, dessen Washingtoner Institut für Wissenschaft und Internationale Sicherheit verdächtige Verbreiter verfolgt.
Im staatlichen iranischen Fernsehen verkündete Ahmadinedschad: "So Gott will, wird die 20-Prozent-Anreicherung beginnen." Dann wandte er sich an den Chef der iranischen Atomenergieagentur, Ali Akbar Salehi, und befahl: "Beginnen Sie mit der 20-Prozent-Produktion."
Zur gleichen Zeit teilte der iranische Präsident mit, er hätte der IAEO-Austauschoption nicht die Tür verschlossen: "Wir sind immer noch bereit für einen Swap-Deal."
Salehi tauchte später im staatlichen Fernsehen auf und teilte mit, man werde ein Schreiben an die IAEO senden, das besage, dass der Iran am Dienstag damit beginnen werde, seine Uran auf 20 Prozent anzureichern. Ahmadinedschad sagte darüber hinaus, der Iran habe Lasertechnologie zum Anreichern von Uran erworben, fügte aber hinzu: "Im Moment wollen wir diese aber nicht benutzen."
Quelle: Xinhua
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