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| 24. 03. 2010 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |

Auf dem Dachboden eines nahe gelegenen Hauses entdeckten Historiker Essensmarken für einige der berüchtigten Nazi-Ärzte des Todeslagers Auschwitz. Darunter vielleicht auch solche, welche dem sadistischen Dr. Joseph Mengele gehörten. Jahrzehnte lang lagerten die Papiere dort unberührt zusammen mit anderen Dokumenten von Nazi-Funktionären. Zu den Fundstücken gehören auch zahlreiche leere Sterbeurkunden und eine Karte.
Einige Coupons für Zucker tragen die Namen von Horst Fischer und Fritz Klein. Beides waren Ärzte, die nach dem Krieg für ihre Verbrechen hingerichtet wurden, sagte Adam Cyra am Montag. Der Historiker des Museums der Gedenkstätte Auschwitz ist derzeit daran, sich die Dokumente durchzusehen. "Der Wert dieser Entdeckung liegt in der Tatsache, dass so viele Jahre nach dem Krieg noch Originaldokumente gefunden wurden, welche die Namen der wichtigsten Mörder von Auschwitz tragen", erklärte Cyra.
Cyra glaubt, dass einer der Gutscheine aus dem Juni 1943 über eine kleine Menge Zucker für Dr. Joseph Mengele ausgestellt worden sei. Dieser war für seine besonders sadistischen Experimente berüchtigt. Allerdings sei die Schrift nur schwer zu erkennen. Ein weiterer Gutschein aus dem Februar 1944 für 0,28 Kilogramm Butter ist an einen Dr. Mergerle abgegeben worden. Doch habe es in dem Konzentrationslager keinen SS-Arzt mit einem solchen Namen gegeben, erläuterte Cyra. Daher vermute er, dass jemand den Namen von Mengele falsch geschrieben habe.
Ärzte und Apotheker hatten im Lager pseudo-medizinische Experimente an den Insassen durchgeführt. Zudem haben sie dabei geholfen, die eintreffenden Juden in Gruppen einzuteilen, die entweder zur Zwangsarbeit eingespannt oder vergast wurden. Mengele konnte nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges fliehen und entging Zeit seines Lebens einer Strafe.
Die insgesamt fast 300 Dokumente wurden auf dem Dachboden eines Hauses in der Stadt Oswiecim gefunden. In der Nähe dieser Ortschaft betrieben die Nazis das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. Der Hausbesitzer hatte am vergangenen Freitag die Dokumente unter Zusicherung der Anonymität den Historikern des Auschwitz-Museums zur Verfügung gestellt, sagten Angestellte des Museums. Sie vermuten, dass das Haus während des Krieges von einem SS-Offizier bewohnt worden war. Es sei aber unklar, wer dies konkret gewesen sein könnte.
Die Historiker hätten bereits einige der Dokumente überprüft, doch gebe es noch mehr Papiere durchzuschauen, sagte Pawel Sawicki, der Sprecher des Museums. Das Material belege allerdings keine Verbrechen, die im Lager begangen worden seien. Die Dokumente enthalten eine deutschsprachige Karte der Gegend um Auschwitz und einen Totenschein für Adolf Kroemer, einem Apotheker, der gemäß Angaben auf dem Totenschein im Februar 1944 in Auschwitz an einem Herzinfarkt starb. Weiterhin seien 150 noch nicht ausgefüllte Essensmarken und Sterbeurkunden gefunden worden, so Cyra.
Zwischen 1940 und 1945 wurden mehr als eine Million Menschen, überwiegend Juden, in den Gaskammern von Auschwitz ermordet oder starben an Hunger oder Krankheit während sie im Lager zu Zwangsarbeit gezwungen wurden.
Quelle: China Daily
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