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| 16. 07. 2010 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
Ein riesiges Poster, das Mickey Mouse mit einem Hakenkreuz und einem nackten Frauenkörper zeigt, wühlt derzeit Polen auf. Dort sind die Erinnerungen an das von Nazi-Deutschland zugefügte Leid noch immer präsent.

Das Poster, das im Juni in der westpolnischen Stadt Poznań in der Nähe einer Synagoge aufgehängt worden war, ist der erste Streich eines italienischen Künstlers bei dem, was er die "Schrecken" des amerikanischen Lebensstils nennt. Das Plakat ist Teil der Kunstwerke, die im Herbst in einer Gegenwartskunst-Ausstellung gezeigt werden.
Erste Reaktionen zeigen allerdings, dass es in Polen nicht gut ankommt, Bilder satirisch oder künstlerisch zu nutzen, die mit Nazi-Deutschland in Bezug stehen. Hitlers Deutschland hatte 1939 Polen annektiert und im ganzen Land Ghettos und Konzentrationslager gebaut, in denen Millionen von Menschen ermordet wurden.
"Diese Provokation durch die Kunst ist eine Form von Gewalt gegenüber den Empfindlichkeiten vieler Menschen", sagt Norbert Napieraj, ein Stadtrat, der die Staatsanwaltschaft gebeten hatte, das Poster verbieten zu lassen. Doch dieser sind die Hände gebunden, da das umstrittene Werk Kunst sei und das Gesetz nicht verletze, wonach der Nationalsozialismus nicht verherrlicht werden darf.
Seit das Plakat aufgehängt wurde, haben es Vandalen bereits zwei Mal verwüstet. Auch am vergangenen Dienstag schmückte es das Haus in der Innerstadt nicht mehr. Doch trotz der Aufregung will es die Direktorin der Galerie, Maria Czarnecka, wieder aufhängen lassen. "Kunst sollte provokativ und kontrovers sein", sagt sie und betont, dass das Plakat nicht den Nationalsozialismus propagiert, sondern dass es versuche, Symbole zu entdecken und zu verstehen wie sie funktionieren. "Der Kopf von Mickey Mouse und das Hakenkreuz befinden sich zunächst auf der gleichen Ebene – sie bedeuten in sich nichts und sie beide sind Teil der globalisierten Welt", erläutert Czarnecka.
Jüdische Kritiker, die sich über das Plakat empört gezeigt hatten, würden dem kaum zustimmen und darauf hinweisen, dass das Hakenkreuz in Polen für viele noch immer etwas ganz Reales bedeute; sowohl für Juden wie auch für Nichtjuden. Polen beheimatete einst die größte jüdische Gemeinschaft ganz Europas. Ihr gehörten etwa 3,5 Millionen Menschen an, bevor sie beim Holocaust fast vollständig vernichtet worden war. Die Nazis begingen in Polen aber auch Gewalttaten gegen nichtjüdische Einwohner und töteten rund 6 Millionen Polen.
Die Arbeit mit dem Titel "NaziSexyMouse" von Max Papeschi ist Teil einer Serie von Arbeiten, die legendäre amerikanische Comic-Figuren mit Bildern von Krieg oder Zerstörung mischen.
Quelle: China Daily
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