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29. 04. 2011 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Bosporus 2.0: Türkei baut "Istanbul-Kanal" zum Schwarzen Meer

Schlagwörter: Kanal Istanbul Türkei

Die Türkei hat geplant, einen künstlichen Kanal in Istanbul zu bauen, der das Schwarzmeer und das Mittelmeer verbindet. Das Projekt soll den Bosporus, eine der weltweit wichtigsten Wasserstraßen mit außergewöhnlich starkem Schifffahrtverkehr, entlasten.

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan gab den Bauplan für den "Istanbul-Kanal" bei einer Konferenz der regierenden Partei bekannt. Die neue Wasserstraße soll planmäßig 40 bis 50 Kilometer lang, 150 Meter breit und 25 Meter tief sein. Nach den Parlamentswahlen im Juni beginnt die entgütige Projektierung, die zwei Jahre dauern wird. Bis zum 100. Jubiläum der türkischen Republik, also bis 2023, soll der Kanal fertig gebaut werden.

Erdoğan hat allerdings weder Angaben zur genauen Position noch zu den Baukosten des Kanals veröffentlicht. Medienberichten zufolge könnten so Grundstücksspekulationen verhindert werden.

Der Bosporus ist eine Meerenge zwischen Europa und Kleinasien, die das Schwarze Meer mit dem Marmarameer verbindet, daher stellt er einen Abschnitt der südlichen innereurasischen Grenze dar. Der Bosporus hat eine Länge von ca. 30 Kilometer und eine Breite von minimal 700 Metern und maximal bis zu 2,5 Kilometer. In der Mitte variiert die Tiefe zwischen 36 und 124 Meter. Innerhalb des Bosporus liegt auf der westlichen Seite das Goldene Horn, eine langgezogene Bucht und ein seit langem genutzter natürlicher Hafen.

Der Bosporus gilt als eine der weltweit wichtigsten Wasserstraßen, er ermöglicht bedeutenden Küstenstreifen der Anrainerstaaten des Schwarzen Meeres – darunter Russland, die Türkei, die Ukraine, Rumänien, Bulgarien und Georgien – den maritimen Zugang zum Mittelmeer und damit den Zugang zum internationalen Seehandel. Neben Agrargütern und Industrieprodukten hat nicht zuletzt das Erdöl einen entscheidenden Anteil am großen Transportvolumen auf diesem Weg. Statistiken der türkischen Regierung zufolge werden jährlich 139 Millionen Tonnen Erdöl, vier Millionen Gas und drei Millionen chemische Produkte gegenseitig an beiden Ufern der Straße transportiert.

Der Bosporus ist Tag und Nacht für den internationalen Schiffsverkehr geöffnet. Er ist einer der meistbefahrenen Wasserstraßen der Welt, da er die einzige Verbindung zwischen dem Schwarzen Meer und dem Mittelmeer ist. In den vergangenen 30 Jahren hat die Größe und Anzahl der durchfahrenden Schiffe durch diese schwere, überfüllte und potentiell gefährliche Wasserstraße kontinuierlich zugenommen. Der Transport von gefährlichen Produkten bedroht auch die Sicherheit der Bewohner entlang des Kanals. Der Schifffahrtsweg musste in der Geschichte mehrmals wegen Unfällen geschlossen werden. Im Jahr 1979 und 1994 kamen jeweils 41 beziehungsweise 28 Menschen bei Kollisionen von Schiffen im Bosporus ums Leben. Im Jahr 1999 war ein Tanker in zwei Teile zerbrochen und legte den Verkehr lahm. Die größte Ölpest ereignete sich 1994, als der griechisch-zypriotische Tanker "Nassia" auf dem Weg von Russland nach Italien mit 56.000 Tonnen Rohöl an Bord mit dem unbeladenen Frachter "Shipbroker" kollidierte. Dabei kamen 30 Personen ums Leben und 20.000 Tonnen Rohöl liefen in den Bosporus. Der Bosporus musste gesperrt werden, wodurch sich über 200 Schiffe stauten.

Quelle: german.china.org.cn

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