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07. 11. 2008 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

"China hat die Goldmedaille in Gastfreundschaft verdient."

Im Rahmen von "Deutschland und China – Gemeinsam in Bewegung" Station Guangdong besuchte Martin Walser, einer der bedeutendsten deutschen Schriftsteller der Gegenwart, die Stadt der Ziegen. Zur Pressekonferenz im Grand International Hotel erschien ein aufgeräumter Walser in Begleitung von Dieter Borchmeyer, Professor am Germanistischen Seminar, Universität Heidelberg.

"China hinterlässt viele Eindrücke, aber das Essen ist der größte Eindruck", so Walser gleich zu Beginn der Konferenz. Borchmeyer pflichtete ihm bei: "China ist Weltspitze in Essen, Liebenswürdigkeit und Gastfreundschaft." Und in Anspielung an die im Sommer veranstalteten Olympischen Spiele in Beijing sprach sich Walser für eine etwas andere Preisverleihung aus: "China hat die Goldmedaille in Gastfreundschaft verdient."

Am Nachmittag las Walser vor rund 350 Germanistik-Studenten der Guangdong Universität für Fremdsprachen und Außenhandel und der Sun Yat-Sen Universität aus seinem vieldiskutierten Roman "Tod eines Kritikers". Walser sei, so Borchmeyer, ein Autor der unmittelbaren Gegenwart, seine Stellung unvergleichlich in der deutschen Gegenwartsliteratur. "Günter Grass' Ruhm kommt von vergangenen Werken. Bei Martin Walser sind es die jüngsten Werke, die wirken", sagte der Heidelberger.

Das studentische Publikum stellte detaillierte Fragen zur Heftigkeit der deutschen Debatte zu "Tod eines Kritikers", die zeigen, dass Walser und die aktuelle deutsche Literaturszene in China aufmerksam wahrgenommen werden. "Der Roman ist eine Kritik an der Macht des Kritikers durch das Fernsehen", so Walser. "Der Kritiker darf kritisieren, aber wehe dem, der den Kritiker kritisiert."

Während die Kooperationen zwischen Deutschland und China auf wirtschaftlichem Gebiet seit langem vielfältig und erfolgreich sind, ist der kulturelle Austausch zwischen beiden Ländern ausbaufähig. Vor diesem Hintergrund darf Martin Walser, der auf Einladung der Universität Beijing und des Goethe-Instituts (China) anreiste, auch als Kulturbotschafter Deutschlands verstanden werden.

Quelle: german.china.org.cn

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