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13. 01. 2014 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Unerwarteter Absturz bei Touristenzahlen in Beijing

Schlagwörter: Tourismus  Reiseziele 72-Stunden-Visum

Die chinesische Hauptstadt musste im Jahr 2013 einen unerwartet signifikanten Abstieg beim Städtetourismus hinnehmen. Tourismusbeamte versuchen bereits, einen Ausweg aus der Misere zu finden.

Von Januar bis November verzeichnete die Stadt 4,2 Millionen Besucher, das ist ein Minus von 10,3 Prozent im Vergleich zum jährlichen Durchschnitt. Das gab die Beijinger Kommission für Tourismusentwicklung bekannt. Die Kommission gab der schwachen globalen Wirtschaft und dem starken Yuan die Schuld, aber auch den andauernden Umweltproblemen. Außerdem habe das 72-Stunden-Visum für Transit-Passagiere die Erwartungen bisher nicht erfüllt, wie Industrieexperten sagten. Eine Untersuchung ergab ursprünglich, dass viele Transitreisende am Beijing Capital International Airport von dem Verzicht auf ein Visum Gebrauch machen würden. Wang Yue, der verantwortliche Direktor der Behörde sagte, dass durch diese Maßnahme im ersten Jahr zusätzlich 20.000 Besucher angelockt werden sollten. Dennoch sagte die Einreisebehörde von Beijing, dass nur 14.000 Personen von dieser Visa-Ausnahme Gebrauch gemacht hätten.

Beijing ist jedoch nicht die einzige Stadt, die einen Rückgang verzeichnet. Statistiken der nationalen chinesischen Tourismusvereinigung zeigten, dass von Januar bis November 118,2 Millionen Menschen China besuchten, ein Rückgang von 2,47 Prozent. Chinas internationaler Tourismusmarkt ist in den letzten Jahren stagniert, da viele bisherige Touristen auf andere asiatische Reiseziele wie Thailand, Indonesien und Malaysia ausgewichen sind. Sie kamen bisher hauptsächlich aus Ländern wie Japan, Südkorea, Russland und den Vereinigten Staaten. Die starken anderen asiatischen Mitbewerber haben in den letzten Jahren ein starkes Wachstum verzeichnet, sagte Dai Bin, Direktor der chinesischen Tourismus-Akademie. "Verglichen mit Ländern in Südost-Asien, die in den letzten Jahren massiv in die Tourismus-Entwicklung investiert haben, hat China den internationalen Tourismus nicht ernst genug genommen", sagte Yang Jinsong, ein Professor für internationalen Tourismus an der chinesischen Tourismus-Akademie. "Die Tropeninsel Hainan hat beispielsweise bisher viele Gäste aus Russland empfangen. Doch viele von ihnen weichen jetzt auf andere Länder wie Thailand aus." Verglichen mit anderen Destinationen sei Beijing noch in seiner "Start-up Phase", wenn es um das Tourismusgeschäft ginge.

Laut Experten sei es nun ein wichtiger Schritt, dass der Markt für chinesische Reiseagenturen attraktiver gemacht werden soll. Yang Xiufang, Chef einer Vereinigung für internationale Touren sagte, dass nur wenige Agenturen in Beijing 2- oder 3-Tage-Packages für Reisende geschnürt hätten, die von den neuen Visa-Bestimmungen profitieren könnten. Sie würden bei diesen Optionen nur wenige Möglichkeiten für Profit sehen. "Die meisten Agenturen konzentrieren sich auf den Markt für Auslandsreisen für Chinesen, da diese vom starken Yuan profitieren", sagte er. Die Stadt hätte auch an Attraktivität verloren, da sie einen anhaltenden Kampf mit der Umwelt-Verschmutzung führen würde, sagte ein anderer Industrie-Insider, der jedoch anonym bleiben wollte. "Wenn man bedenkt, dass der Markt für Transit-Reisende klein und unorganisiert ist, investieren die Agenturen lieber in den heimischen Tourismus, mit dem man relativ einfach Geld verdienen kann."

Viele Experten riefen daher zu einer besseren Kooperation zwischen den Reiseagenturen, Fluglinien und dem Beijinger Flughafen auf, um Touristen anzuziehen. Im August sagte Lu Yong, der damalige Direktor der Beijinger Kommission für Tourismusentwicklung, die Behörde würde daran arbeiten, eine Allianz zwischen dem Beijinger Flughafen und Air China zu schmieden, um Ermäßigungen auf Tickets zu ermöglichen. Allerdings scheinen diese Pläne gescheitert zu sein. Dasselbe gilt für die Absichten, eine Duty-Free Zone an der Yabao Road einzurichten, einer bei ausländischen Händlern beliebte Einkaufsmeile.

Jiang Yiyi, Direktor an der Chinesischen Tourismus-Akademie für internationale Tourismus Entwicklung sagte, billigere Flugtickets seien der Schlüssel, um mehr Transitreisende anzulocken. "Viele Transittouren sind beliebt, da Reisende zwei Destinationen auf einmal besuchen können. Angesichts der gegenwärtigen globalen Wirtschaft sollte die chinesische Regierung mehr tun, damit die Flughäfen und Airlines entsprechende Ermäßigungen anbieten können", sagte er.

Quelle: german.china.org.cn

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