KFC eröffnet bald erste Filiale in Tibet
Der Fastfood-Riese KFC wird Anfang nächsten Jahres in Lhasa, der Hauptstadt der Autonomen Region Tibet, in einem Einkaufszentrum das erste Restaurant aufmachen, das gebratene Hühnchen im US-Stil verkauft.
Das zweistöckige Restaurant, das sich noch im Bau befindet und voraussichtlich im Januar aufgeht, wird sowohl Bewohner wie auch Touristen verköstigen, schrieb die Yum Brands Inc., die Muttergesellschaft von KFC, Pizza Hut und Taco Bell. "Das Restaurant wird lokale Design-Elemente integrieren. Zudem bietet es Beschäftigungsmöglichkeiten und fördert die Entwicklung der regionalen Versorgungskette", sagte ein Vertreter des Unternehmens.
Chen Biao, Manager des Einkaufszentrums Lhasa Shenlishidai, glaubt, dass die Verbraucher in Tibet den Fastfood von KFC gut aufnehmen werden. „Bevor sich KFC entschloss, nach Tibet zu gehen, gab es bereits einige Fastfood-Restaurants wie Dico’s", sagte Chen mit Verweis auf die chinesische Kette, die der Ting Hsin International Group gehört. „Die Verbraucher in Tibet akzeptieren gebratenes Huhn und Hamburger."
Xu Bin, Gründer der Website haixizang, die Informationen zu Reisen nach Tibet bietet, sagte, dass chinesische Individualtouristen gerne Restaurants besuchen, die westlichen Fastfood servieren. Aber er vermutete, dass es für Reisegruppen zu teuer und zu klein sei.
Die jungen Einwohner der Stadt könnten vielleicht große Fans vom Restaurant werden, das Huhn im Eimer mit Kartoffelpüree und Soße serviert. Das 16-jährige tibetische Mädchen Basang Drolma sagte, dass ihre Eltern westliches Essen nicht mögen. Trotzdem würden sie am Wochenende an solche Orte mitkommen. „Ich mag Fastfood wie Hamburger und frittierte Hähnchenflügel in Dico‘s", erklärte sie.
Die 26-jährige Tibeterin Dronla aus Lhasa hingegen sagte, einige westliche Gerichte wie zum Beispiel Steak und Pizza esse sie gerne. Aber gebratenes Huhn und anderes Fastfood möge sie nicht.
KFC will die Entwicklung genau beobachten. Bereits plant die Firma den Bau eines 4,67 Hektar großen Tiefkühllagers in einem Vorort von Lhasa, um sich auf die weitere Expansion in der Region vorzubereiten.
Als KFC im Jahr 2004 schon einmal nach Tibet wollte, hat es dies nach einer Marktanalyse als "wirtschaftlich nicht vertretbar" verworfen“, schrieb Reuters. Doch seither hat die Kaufkraft weiter zugenommen. Das Bruttoinlandprodukt von Tibet erreichte im Jahr 2014 nicht weniger als 92,5 Milliarden Yuan (14,3 Milliarden US-Dollar) und hielt seit 1994 zweistellige Wachstumsraten. Das Marktpotenzial und eine sichere Umwelt für Investitionen haben Tibet für ausländische Investoren attraktiver gemacht.











