Zum Frühlingsfest
Vorgetäuschte Partner verschlimmern Ferientraumata nur
"Wann wirst du heiraten" verfolgt Junggesellen während der gesamten Ferien. Eltern und Verwandte werden keine Gelegenheit auslassen, nach ihrem Beziehungsstatus zu fragen, insbesondere angesichts der gefürchteten 30.

Der starke soziale Druck zur frühen Heirat in China hat viele Singles veranlasst, provisorische Freunde oder Freundinnen als Abhilfe mitzubringen, um mit ihren aufdringlichen Familien umzugehen. In der Vergangenheit haben sie Freunde oder Kollegen als "Partner" eingeladen. Der soziale Trend wird aber langsam zum blühenden Geschäft. Apps, mit denen man eine(n) vorübergehende(n) Freund(in) mieten kann, die üblicherweise völlig fremde sind, boomen. Das bevorstehende Frühlingsfest wird erwartungsgemäß eine Zunahme gemieteter Partner bringen. Jeder von ihnen kostet zwischen Hunderten und Tausenden von Yuan pro Tag.
Die Apps sind leicht zu bedienen. Das Durchsuchen der Basisinformationen anderer User, wie Fotos, Beruf, Einkommen, Sternzeichen, ist kostenlos. Zahlen muss man für Kontaktnummern, wenn man mit ihnen kommunizieren will. Diese Apps bieten Allround- und bedarfsweise Begleitdienste, wie zum Elternbesuch, auf Reisen, zum Kinobesuch oder sogar zum Putzen, alles zu unterschiedlichen Preisen. Die Apps erheben den Anspruch, die Anzeigen sorgfältig zu überwachen, damit keine der anderen Vorzüge, einen Freund oder eine Freundin zu haben, verfügbar sind.
Diese Apps werden als revolutionäres Tool zur Befreiung "einsamer Hunde" (sarkastischer Spitzname für Junggesellen) aus den Fängen überfürsorglicher Eltern und Verwandter gepriesen. Allerdings haben diese Apps den schlechten Ruf von Chinas "Heirate jung oder du wirst einsam sterben"-Kultur nur noch verschlimmert. Jetzt fühlen sich Singles nur noch schlechter, weil sie noch keinen Partner gefunden haben.
Dabei ist es nicht schlecht, Single zu sein. Eigentlich verdienen Themen über Heirat und Single-Dasein mit reißerischen Schlagzeilen wie "Sieben Wege zu einer Partnerschaft" nicht so viel Aufmerksamkeit in den Medien und der öffentlichen Meinung. Ihre Beliebtheit kommt von der Gleichförmigkeit eines bestimmten Lebensstils, der möglicherweise nicht zu jedem passt. Der Wille der Familie und sozialer Druck halten die Menschen davon ab, die Wahl zu treffen, die am besten für sie ist.
Das Mieten eines Fremden bringt auch eine Reihe von Sicherheitsrisiken mit sich. Jeder kann sich auf den Miet-Apps registrieren, indem er die Fragen nach seinen persönlichen Informationen mit zufälligen Inhalten beantwortet. Es gibt keinen wirksamen Weg, ihre Authentizität sicherzustellen. Einige laden sogar Bilder von Stars als Portrait hoch, um mehr Aufmerksamkeit zu erhalten. Obwohl diese Apps mit dem ID-System der Polizei verbunden sind und von ihren Usern verlangen, sich unter ihren wahren Namen zu registrieren, sind sie dennoch sehr riskant, weil einige Blind-Date-Websites es noch immer versäumen, Betrüger auszufiltern.
Was noch wichtiger ist: das Anmieten einer vorgetäuschten Freundin oder eines vorgetäuschten Freundes, um die Eltern zufriedenzustellen, wird letztlich nur deren Gefühle verletzen. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine vermeintliche Freundin oder ein vermeintlicher Freund ein wahrer Partner wird, ist noch immer ziemlich gering. Den Eltern ist es lieber, wenn ihre Kinder Single bleiben, als dass sie mit einem/einer vorgetäuschten potentiellen Schwiegersohn/Schwiegertochter hinters Licht geführt werden. Statt einen vorgeblichen Partner zu mieten, um ihn mit nach Hause zu bringen, sollten Singles ehrlich zu ihren Familien sein.
Schließlich muss man sich nicht dafür schämen, mit 30 noch Single zu sein. Die Angst vor dem "Übrigbleiben" macht die Sache nur noch schlimmer. Abgesehen von Sicherheitsrisiken ist das Mitbringen eines vorgetäuschten Partners auch egoistisches Verhalten.











