Gipfeltreffen

G20-Staaten versprechen, alles für weltweite Erholung zu unternehmen

29.02.2016

Die Finanzpolitiker der 20 wichtigsten Volkswirtschaften der Welt versprachen am Samstag, alle politischen Werkzeuge einzusetzen, um die weltweite wirtschaftliche Erholung zu stärken. In jüngster Vergangenheit hatte sich die Furcht vor einem weiteren Abschwung verstärkt.

“Die globale Erholung hält weiter an, aber sie ist unregelmäßig und bleibt hinter unseren Erwartungen zurück”, hieß es in einer Medienmitteilung, die nach einem zweitägigen Treffen der G20-Finanzminster und Bankenchefs in Shanghai herausgegeben wurde.

Die Entscheidungsträger nannten volatile Kapitalströme, das Absacken der Rohstoffpreise, zunehmende geopolitische Spannungen, die Gefahr eines Austritts Großbritanniens aus der EU und die zunehmende Zahl von Flüchtlingen als die größten Herausforderungen für die Weltwirtschaft.

Das Treffen fand vor der dem Hintergrund eines weltweit schwachen Wirtschaftswachstums und steigender finanzieller Volatilität statt, was auf der ganzen Welt zu häufigen und drastischen Rückgängen an den Aktienmärkten führte.

Japans überraschende Einführung von negativen Zinsen, Unsicherheiten über die Aussicht auf Zinserhöhungen in den Vereinigten Staaten, sinkende Ölpreise und Sorgen über die Finanzkraft der führenden Banken in Europa bringen jeweils weitere Unabwägbarkeiten in die globale Finanzlandschaft.

Trotz der Herausforderungen ist die Gruppe überzeugt, dass das Ausmaß der jüngsten Marktvolatilität nicht die zugrunde liegenden Fundamentaldaten der Weltwirtschaft widerspiegelt.

Zur Förderung des Vertrauens will die Geldpolitik weiterhin die wirtschaftliche Aktivität unterstützen und die Preisstabilität gewährleisten, hieß es im Communiqué weiter. Allerdings sei es nicht möglich, ausschließlich mit finanzpolitischen Werkzeugen ein ausgewogenes Wachstum zu erreichen. „Wir benutzen eine flexible Steuerpolitik, die das Wachstum unterstützt, Arbeitsplätze schafft und das Vertrauen stärkt.“

Einer der Schwerpunkte des Treffens war der Wechselkurs-Mechanismus. Nachdem die chinesische Währung an Wert verloren hatte, gestaltete die Regierung im vergangenen Jahr den Devisenmechanismus neu. Die Sorge vor Kapitalabflüssen nimmt seither zu.

Der Chef der chinesischen Zentralbank hat am Freitag wiederholt, dass es keine Grundlage für die anhaltende Schwäche des Yuans gebe und dass es nicht Chinas Absicht sei, die Exporte durch eine Abwertung der Währung zu steigern.

Die Gruppe erinnerte daran, dass übermäßige Volatilität und ungeordnete Wechselkursbewegungen negative Auswirkungen auf die wirtschaftliche und finanzielle Stabilität haben können.

"Wir bekräftigen unsere bisherigen Wechselkursverpflichtungen und verzichten auf wettbewerbsbedingte Abwertungen ", hieß es im Communiqué weiter. Man müsse die makroökonomische Politik sorgfältig kalibrieren, um die negativen Ausstrahlungseffekte zu minimieren und die Transparenz zu fördern.

Während des Treffens versprach die Wirtschaft auch die vereinbarten Finanzreformen in vollem Umfang umzusetzen, Terrorismusfinanzierung zu bekämpfen und grüne Technologien verstärkt zu finanzieren. Das Treffen der Finanzminister und der Zentralbankchefs der G20-Staaten fand im Vorfeld eines für September 2016 in Hangzhou geplanten G20-Gipfels statt.

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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: G20,Shanghai,Geldpolitik,Wechselkurs