Ehe nach dem Tod

Posthume Heirat macht weibliche Leichen zur Handelsware

20.05.2016

Shanxi ist eine wichtige Basis für die Kohleindustrie in China. Einige junge Männer sterben in den Minen und bei Autounfällen, bevor sie überhaupt zu einer Heirat kommen. Die Eltern verbringen mitunter Jahre, um eine weibliche Leiche zu finden. Nach ihrem Glauben werden tote Menschen nicht älter. Wenn ein Mann mit 18 stirbt, wird er in seiner posthumen Ehe für immer 18 Jahre alt bleiben. Die Eltern glauben, dass sie ihre Pflicht erfüllen, wenn sie die Kinder verheiraten, selbst wenn es nach dem Tod passiert. Wenn eine verstorbene Person nicht geheiratet hat, wird er oder sie ein Geist und ein Fluch der Familie. Doch wenn die Kinder glücklich verheiratet sind, werden sie die Familie beschützen. In Linfen blickt die posthume Ehe auf eine Geschichte von über 2.000 Jahren zurück.

Allerdings hat Hu jetzt neue Verantwortlichkeiten. Sie muss das Grab bewachen, um zu verhindern, dass jemand den teuren Frauenkörper stiehlt. Einige Familien bauen aus diesem Grund gemauerte Gräber, um die Leichen zu schützen. Auf dem Straßenmarkt in Hongkong verkaufen einige Händler offen ganze Säulen an menschlichen Knochen. Wenn sie beweisen können, dass die Knochen von einer Frau stammen, dann liegt der Preis für ein ganzes Skelett bei ungefähr 50.000 Yuan. Die Käufer wissen, dass die Skelette von den umliegenden Friedhöfen gestohlen wurden. Doch sie haben keine andere Wahl, da sie sich selbst keine frischen Leichen leisten können. Der Handel ist illegal. Doch die Bestrafung ist milde. Die Höchststrafe für Grabräuber und Leichenhändler liegt nach dem chinesischen Recht bei drei Jahren Gefängnis.

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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: posthume Heirat,Frauenleiche,Geschäftsmöglichkeit,Leichen-Vermittler