Zwei-Kind-Politik
Nach Abschaffung der Ein-Kind-Politik gehen Adoptionen zurück
Die Lockerung von Chinas Familienplanungspolitik hat die Zahl der adoptierten Kinder zurückgehen lassen. Es wird erwartet, dass sich dieser Trend fortsetzt.

Durch die Politik waren viele Paare eingeschränkt, nur ein Kind bekommen zu dürfen. Jetzt wird allen Paaren erlaubt, ein zweites Kind zu haben.
Ein Leiter der Abteilung für soziale Angelegenheiten im Ministerium für zivile Angelegenheiten, der anonym bleiben möchte, sagte: „Der Rückgang der Adoptionszahlen ist ein Ergebnis des wirtschaftlichen Wachstums, der Verbesserung des Sozialsystems und der Angleichung der Familienplanungspolitik. Auch die Haltung der Leute zum Kinderkriegen hat sich geändert und weniger Eltern verstoßen ihre Kinder. Weniger für die Adoption geeignete Kinder in Wohlfahrtseinrichtungen zeigen dies.“
Die Zahl der adoptierten Kinder war im Verlauf der letzten fünf Jahre zurückgegangen. Laut Angaben des Ministeriums wurden im Jahr 2010 insgesamt 29.618 Adoptionen durchgeführt, im vergangenen Jahr war die Zahl auf 17.201 gefallen.
Tong Xiaojun, Leiter der Forschungseinrichtung für Kinder und Jugendliche, meinte: „Theoretisch wird die Lockerung der Politik zu einem weiteren Rückgang der Adoptionen führen.“
Tong sagte, es gebe zwei Arten von Familien, die die Hauptgruppe bei der Adoption stellten – Paare, die keine eigenen Kinder bekommen konnten und jene Paare, die bereits ein Kind haben und ein zweites wollen, aber aufgrund der Familienplanungspolitik kein zweites Kind bekommen konnten.
„Viele Familien in China möchten ein zweites Kind, ein Junge und ein Mädchen, um die ‚Familie perfekt zu machen‘“, so Tong. „Das chinesische Schriftzeichen für ‚Junge‘ und das für ‚Mädchen‘ formen zusammen das Zeichen für ‚gut‘, was den Reiz erhöht.“
Chinas Adoptionsgesetz sieht vor, dass geeignete Bewerber keine eigenen Kinder haben dürfen. Haben sie bereits ein eigenes Kind, dann können sie ein zweites Kind adoptieren, das verwaist oder verlassen ist oder in einer Sozialeinrichtung lebt und spezielle Bedürfnisse hat.
Leiter einer sozialen Einrichtung in der Provinz Shanxi Herr Liu, berichtete, dass im vergangenen Jahr nur fünf Kinder von chinesischen Familien adoptiert wurden. „Paare, die ein Kind mit speziellen Bedürfnissen aufziehen, verspüren einen großen Druck, vor allem in China. Mit der Lockerung der Ein-Kind-Politik haben die Menschen die Möglichkeit ihre eigenen Kinder zu bekommen… Wer will dann schon noch adoptieren?“
Um Paaren die Adoption zu erleichtern, hat das Ministerium für zivile Angelegenheiten seit der Entspannung der Familienplanungspolitik im Dezember an der Änderung des Adoptionsgesetzes gearbeitet.











