Hundertjähriges deutsches Seemannshaus ist wahrscheinlich erstes Kino in China

Ein ehemaliges Seemannshaus, das 1902 von den Deutschen gebaut wurde, ist wahrscheinlich das älteste Kino in China. Zu diesem Schluss kam eine Gruppe des Chinesischen Filmverbandes und dem China National Film Museum aufgrund von Archiven, die während der zweijährigen Renovierung des Clubs gefunden worden waren. Die Renovierung soll diesen Monat enden.
Das dreistöckige Holzgebäude befindet sich in der Stadt Qingdao in der ostchinesischen Provinz Shandong. Das Auditorium auf der ersten Etage diente als Kino. Nach Untersuchung der Archive, die Informationen über Filmtickets, Werbung, Zeitpläne und Filmeinführungen beinhalten, ist die Gruppe zu dem Schluss gekommen, dass der Club Filme mindestens zwischen 1907 und 1914 zeigte.
Das Publikum bestand hauptsächlich aus Seefahrern und Club-Mitarbeitern. Chinesische und deutsche Marinesoldaten kamen noch später dazu. Unter mehr als 850 Filmen, die gezeigt wurden, waren nahezu die Hälfte Dokumentarfilme, gefolgt von deutschen landschaftlichen, politischen und Bildungsfilmen, so Han Mingsheng, der die Gruppe leitete.

Der Club war 1899 unter der Verwaltung von Albert Wilhelm Heinrich (1862-1929) entworfen worden, auch bekannt als Prinz Heinrich, nachdem Qingdao unter 17-jährige deutsche Kolonisation gefallen war. Seine hauptsächliche Funktion war es, die über 2.000 deutschen Seefahrer und Besatzungsmitglieder zu unterhalten, die in Qingdao stationiert waren.
Nach 1914 wurde das Gebäude als japanischer Wohnsitz und später als US-Marine-Club genutzt. Es ist ein wichtiges nationales Kulturerbe. Die Qingdao Urban Development Group, der derzeitige Besitzer, plant, den Club im kommenden Monat wieder zu einem modernen Kino zu machen.










