Westliche Unternehmen sollten WeChat nutzen Exklusiv

04.08.2016

Betreiber von Online-Geschäften in China starten häufig nicht erst eine Webseite, sondern eröffnen als erstes ein Profil auf WeChat. Ist das in Deutschland ebenfalls denkbar?

Klar, das ist möglich. Denn auch Facebook und andere soziale Netzwerke verstehen sich immer mehr als Plattformen, die es Firmen ermöglichen, die für sie relevanten Features auszuwählen. So bietet es sich an, die angeboten Funktionen zu nutzen, ehe man in die Entwicklung einer eigenen Webseite investiert.

Doch da in Deutschland bisher keine Social Media-Plattform annähernd die Penetration von WeChat in China erzielt, müssen Firmen in Deutschland auf mehrere Plattformen setzen, um ihre Kunden umfassend zu erreichen.

 

Ein Firmenaccount bei WeChat

 

Wie können deutsche Unternehmen WeChat als Marketing- und Vertriebsinstrument einsetzen?

Das lässt sich am besten an einem konkreten Beispiel zeigen: Ein großer Feinkosthändler möchte seine Produkte speziell chinesischen Konsumenten sowohl in China selbst als auch während ihrer Reise nach Europa näher bringen und diese zum Kauf animieren. Im Subscription Account bewirbt das Unternehmen seine Produkte. Wie bei allen Kommunikationskanälen sollten die Informationen speziell für die Zielgruppe aufbereitet werden.

Nehmen wir mal an, die Kampagne bewirbt Österreich und seine Spezialitäten. Während Mozartkugeln und Sachertorte bei Europäern sofort mit Schokolade und Genuss in Verbindung gebracht werden, benötigen die meisten Chinesen zunächst weiterführende Informationen zur Geschichte und zum Qualitätsversprechen. Es geht also nicht um plumpes Produktmarketing, sondern darum, Produkte mit einem Gefühl zu belegen.

Im Idealfall weckt die Produkt-Kommunikation per WeChat einen direkten Kaufwunsch. Der Kauf kann im Laden oder über einen zu WeChat gehörenden Service-Account, in dem ein kompletter E-Commerce Shop mit Customer-Relationship-Management (CRM)-Anbindung integriert ist, erfolgen.

 

Haben Sie ein weiteres Beispiel?

Ja, aus dem Tourismus: WeChat ermöglicht Tourismusmanagern in Deutschland eine ganz neue Möglichkeit, ihre Region chinesischen Reisenden näherzubringen. Postings zu Landschaften, Sehenswürdigkeiten und Veranstaltungen mit ergänzenden Informationen zu lokalen Bräuchen oder Festen sind schnell kommuniziert.

Der Mehrwert von WeChat liegt auch hier in der integrierten Schnittstelle beispielsweise zu Reiseportalen: Angaben zur Verfügbarkeit von Hotels können über das Menü im Profil angezeigt werden - mit Buchungsmöglichkeit. Im Urlaub können Reisende Fragen zu Öffnungszeiten oder aktuellen Veranstaltungen direkt in WeChat klären und Kontakt mit dem Tourismusbüro aufnehmen.

 

Zur Person:

Während einer Hongkong-Reise im Jahr 1994 sprang bei Gina Hardebeck (40) der Funke der Begeisterung für Asien über. Nach einer Journalistenausbildung und dem Studium der Sinologie mit mehreren Praktika in China und Taiwan, u.a. bei der ARD in Shanghai, führte sie ihr Weg in die PR – mit Fokus auf Öffentlichkeitsarbeit in China. Seither berät sie deutsche Unternehmen u.a. darin, ihre Bekanntheit in China auszubauen. Ein wichtiger Baustein dabei ist der richtige Einsatz von WeChat.

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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: WeChat, China, Marketing, APP