Olympia mit großen, roten Flecken: Was ist „Schröpfen“?
Schröpfen ist nicht neu, sondern uralt
Aufzeichnungen zur Folge war die Praxis des Schröpfens bereits den alten Griechen und den Ägyptern bekannt. In der traditionellen chinesischen Medizin lässt sich das Schröpfen auf mindestens 2.000 Jahre zurückverfolgen. Dies geht aus einer Analyse hervor, die 2012 vom Fachjournal PLOS One veröffentlicht wurde. Nach den Vorstellungen der TCM soll das Schröpfen den Fluss des „qi“ - der Lebenskraft - wieder anregen. In den letzten Jahren wurde die Schröpftherapie bei Menschen angewendet, die an allen möglichen Beschwerden leiden. Dazu zählen unter anderem Gürtelrose, Gesichtslähmung, Husten und Atembeschwerden und Akne. Doch vordergründig wird Schröpfen angewendet, um Schmerzen zu behandeln, wie aus der Analyse hervorgeht. Eine kleinere Studie zum Thema „Schröpfen“ fand heraus, dass die Wundmale üblicherweise nach zwei bis vier Tagen wieder zurückgehen.
Auch Olympioniken haben Marotten
Bei jeder Olympiade scheint es Trend- und Wunderbehandlungen zu geben, welche den Athleten helfen sollen. Das reicht von hochtechnologischen Schwimmanzügen bis zu extrabreiten Tape-Verbänden, die bei den Spielen von London 2012 häufig zu beobachten waren. Diese Verbände sind nun auch wieder in Rio zu sehen. Bei diesem sogenannten„kinesiologischen Tape“ handelt es sich um ein elastisches, selbstklebendes, therapeutisches Tape aus einem dehnbaren, textilen Material, auf das ein Polyacrylatkleber aufgebracht ist. Unter Anwendung spezieller, unterschiedlicher Techniken („Taping“) wird dieses Tape auf die Haut aufgebracht und soll dort unterschiedliche Wirkungen erzielen. Die Wirksamkeit ist wissenschaftlich nicht bestätigt, der Verband soll jedoch Überlastungen vorbeugen, beispielsweise Schulterproblemen bei Aktivitäten wie Tennisspielen. Allerdings gibt es kaum wissenschaftliche Beweise für die Wirksamkeit des kinesiologischen Tapes. Dies geht aus einer Umfrage hervor, die im Journal „Der Arzt und die Sportmedizin“ veröffentlicht wurde. Studien zeigten, dass diese Verbände unmittelbar nach einer Verletzung den Schmerz lindern und die Bewegungsreichweite verbessern können. Langfristig gesehen machen solche Verbände allerdings keinerlei Unterschiede aus.











