Palastmuseum in Taipei will Skulpturen von Jackie Chan entfernen

24.09.2016

Das Palastmuseum in Taipei will die Repliken der zwölf Tierkreis-Skulpturen entfernen, die Kung-Fu-Megastar Jackie Chan vor rund einem Jahr gestiftet hat. Die Originale standen einst vor dem Alten Sommerpalast in Beijing.

Jackie Chan posiert im Dezember 2015 mit einem Spender-Zertifikat und einer der Repliken vor dem Palastmuseum in Taipei.

Museumsdirektor Lin Jeng-yi sagte, dass die Repliken Ende September entfernt werden sollen. Er habe Architekten, Künstler und Sammler dazu befragt und sie alle hätten die Werke nicht als echte „Kunst“ bezeichnet. Gleichzeitig fanden lokale Kunstschaffende, dass der Raum eher für einheimische Künstler offen sein solle statt für gestiftete Werke von außerhalb der Insel.

„Vom Architekten bis zum einheimischen Sammler, die Kunstwelt im Allgemeinen und die Medien: Sie alle fanden, dass die Werke entfernt werden sollen“, sagte Lin am Donnerstag bei einer Befragung durch den taiwanesischen Bildungs- und Kulturausschuss.

Es sei unpassend gewesen, die Skulpturen am Haupteingang zum Südflügel des Museums zu platzieren. Ihr Entfernen würde die Museumsstruktur jedoch nicht beeinträchtigen, habe ihm ein Architekt versichert. Die Repliken seien bloß Dekoration. Der neue Platz stehe noch nicht fest, fügte der Museumsdirektor hinzu. Allerdings sollen sie Teil der Liegenschaft sein und nicht in einer Kunstsammlung Platz finden.

Als Jackie Chan die Tierskulpturen verschenkte, war er in Bezug auf den Empfänger sehr wählerisch. Nachdem er das Museum ausgesucht hatte, besuchte er auch die Eröffnungsfeier.

Die zwölf Bronze-Köpfe der chinesischen Tierkreiszeichen waren ursprünglich ein Teil eines Wasserbrunnens im Alten Sommerpalast von Beijing, der Mitte des 19. Jahrhunderts während der Opiumkriege von Ausländern geplündert worden war. Sieben Skulpturen befinden sich inzwischen unter der Obhut von Museen, aber fünf von ihnen werden noch immer vermisst.

Der Schauspieler ist seit vielen Jahren von den Skulpturen fasziniert. Sein Film „Chinesisches Horoskop“ aus dem Jahr 2000 handelt von einem Söldnerteam, das versucht, die verlorenen Artefakte zurückzuholen. In der Folge entschloss sich Chen, ein Team von Künstlern und Forschern mit einem Nachbau der Bronze-Antiquitäten zu beauftragen.

Nachdem Chen vom Schicksal seiner Spende erfuhr, ließ er durch seinen Manager erklären, dass er das Museum ausgesucht habe, weil er glaubte, dass dieses die Zivilisation respektiere und Kultur erhalte. „Aber wenn das Museum eine andere Art hat, die Zivilisation zu respektieren und die Kultur zu erhalten, dann respektieren wir das auch.“

Ein weiteres Set der zwölf Skulpturen befindet sich in Singapur im Museum für Asiatische Zivilisation.

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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: Palastmuseum Taipei Jackie Chan