Autofahrer in Beijing bekommen Geld zurück, wenn sie weniger fahren
In einem neuen Versuch, die von Autos verursachten Emissionen zu reduzieren, haben die Behörden in Beijing eine Kampagne gestartet. Dabei sollen die Autobesitzer in Beijing motiviert werden, weniger zu fahren, indem ihnen Bargeld-Vergütungen angeboten werden.

Autos auf den Straßen in Beijing am 17. September 2013.
Autobesitzer in der Stadt können einen sogenannten „roten Umschlag“ bekommen mit einem Wert von 0,2 Yuan bis 0,7 Yuan (3 bis 10 Cent). Sie bekommen diese virtuellen Geldkuverts über die Messaging-App WeChat, wenn sie ihr Auto für 24 Stunden geparkt lassen, berichtete die Beijing News. Die Besitzer der Fahrzeuge müssen dafür Fotos von ihrem Meilenstand auf ihrem Tachometer am Ende einer Fahrt und zu Beginn der nächsten Fahrt hochladen, mindestens 24 Stunden später, um die Belohnung zu bekommen.
Die Kampagne mit dem Titel „Ich melde mich freiwillig, pro Woche einen Tag weniger Auto zu fahren“ begann am Sonntag. Das war gleichzeitig der nationale Tag für weniger Kohlenstoff. Die Initiative wird von der Beijinger Hauptstadtkommission für Entwicklung und Reform angeführt. Autobesitzer mit Nummernschild von Beijing sollten sich über die Mini-App „Beijing Motor Vehicle Voluntary Carbon Reduction Trading Platform“ auf WeChat registrieren. Zusätzlich zu den „roten Umschlägen“ werden den Autofahrern auch Internet-Gutscheine angeboten, wenn sie ihr Auto zu Hause stehen lassen. An einigen Tagen mit besonderer Luftverschmutzung sollen die Belohnungen verdoppelt werden. Die Kohlenstoff-Emissionen, welche durch diese Maßnahmen reduziert werden, werden in den Markt für Kohlenstoff-Handel gegeben. Sie können von großen Verschmutzern gekauft, werden, damit sie ihren Kohlenstoff-Fußabdruck reduzieren können.
Schadstoff-Emissionen sind eine größere Quelle für Luftverschmutzung in der Hauptstadt, dort waren mit Ende 2016 ungefähr 5,7 Millionen Fahrzeuge zugelassen. Die Stadt hat in den letzten Jahren eine Serie von Maßnahmen erlassen, um das rapide Wachstum der Fahrzeuge einzubremsen und die Kohlenstoff-Emissionen zu reduzieren. Während der Olympischen Spiele von Beijing im Jahr 2008 wurden private Fahrzeuge von der Straße verbannt. Das Fahrverbot richtete sich nach bestimmten Tagen, was wiederum davon abhing, ob die Nummerntafel auf eine gerade oder eine ungerade Zahl endete. Ein anderes Fahrverbot, welches ebenfalls auf den Nummern der Zulassungstafeln basiert, ist seitdem eine permanente Maßnahme. Die Stadt hat außerdem im Jahr 2010 ein Lotterie-System für die lokalen Anrainer eingeführt, die ein eigenes Auto haben möchten.












