Zhurihe
China gibt Einblick in militärisches Übungsgelände
Am Sonntag hat in Zhurihe, der größten Militärbasis Chinas, eine Militärparade stattgefunden. Anlass war das 90-jährige Bestehen der Volksbefreiungsarmee. Nach Angaben eines pensionierten Kommandeurs, der nicht genannt werden wollte, ähnelte die jüngste Parade im Vergleich zu früheren auf dem Tian’anmen-Platz eher einer Generalmobilmachung.

Auf dem 1.000 Quadratkilometer großen Stützpunkt in der Inneren Mongolei werden die Truppen der Volksbefreiungsarmee auf Kampfeinsätze vorbereitet. Zudem finden dort Manöver und gemeinsame Übungen mit Armeen anderer Staaten statt. Das Trainingsgelände umfasst mehrere Geländearten, darunter Wüste, Grasland, Berge und Schluchten. Für die VBA stelle der Ort eine ideale Trainingsumgebung dar, da die Soldaten dort Kampfeinsätze unter unterschiedlichen Bedingungen lernen könnten, erläuterte Song Zhongpin, ein Militärexperte, der bei den Raketentruppen der chinesischen Armee gedient hat. Zudem könnten dort auch unterschiedliche Waffensysteme getestet werden.
In der Vergangenheit hatten chinesische Staatsmedien nicht über Zhurihe berichtet, sondern lediglich ein „militärisches Trainingsgelände in Nordchina“ erwähnt. Es konnte jedoch auf Satellitenbildern identifiziert werden. Nach Angaben von CCTV wurde die Geheimhaltung im Jahr 2003 aufgehoben. „Für die Armee ist Zhurihe ein Schaukasten ihrer Modernisierung. Seine Öffnung für ausländisches Militär unterstreicht die wachsende Transparenz und Zuversicht des chinesischen Militärs“, erläutert Yang Yucai, Professor an der Universität für Nationale Sicherheit der VBA.
Gefechtsübungen unter realistischen Bedingungen
2005 fand auf dem Gelände eine umfassende Militärübung statt. 24 Länder, darunter die Vereinigten Staaten, Russland und Deutschland, entsandten Beobachter. In Zhurihe ist auch Chinas erste professionelle Simulationseinheit stationiert, die „Blaue Armee“. Mit Stand von September 2015 hat die Einheit 31 von 33 simulierten Schlachten gegen Eliteverbände des ganzen Landes gewonnen, die bei der Simulation als „Rote Armee“ auftreten. Auf dem Stützpunkt werden alljährlich Gefechtssimulationen abgehalten. Verbände aus allen Einsatzgebieten des Landes treten dort gegen die „Blaue Armee“ an, um ihre Fähigkeiten zu verbessern.
„Die Blaue Armee erfüllt die Funktion des Wetzsteins für das gesamte Heer. Und um das Messer zu schleifen, sollte der Wetzstein härter sein, als die Klinge. Daher hat die blaue Armee gut ausgebildetes Personal und bessere Waffen als andere Teilnehmer an den Simulationen“, berichtete Song.










