Öffentlichkeit: Sexuelle Belästigung soll härter bestraft werden

24.08.2017

Die chinesische Öffentlichkeit hat dazu aufgerufen, Personen strenger zu bestrafen, die sich der sexuellen Belästigung schuldig machen. Dies geht aus einer Umfrage hervor, die vor kurzem durchgeführt wurde. 

Die Umfrage der Tageszeitung China Youth Daily zeigte, dass von den 2023 befragten Personen 71,5 Prozent eine strengere Bestrafung für Menschen fordern, die sexuelle Belästigungen begehen. Über 53 Prozent der Frauen gaben an, dass sie oder eine Person, die sie kennen, in der U-Bahn sexuell belästigt worden seien. Die Polizei von Beijing hat vor kurzem eine Schwerpunktaktion gegen sexuelle Belästigung in der U-Bahn gestartet und mehr als 20 Verdächtige in zwei Wochen festgenommen.

 

„Trotz der gegenwärtigen Errungenschaften kann eine einzelne Schwerpunktaktion das Problem nicht an der Wurzel fassen. Es sind mehr Gesetze und Regulierungen notwendig und die Strafverfolgung sollte verstärkt werden“, sagte Zhang Lingxiao, ein Anwalt an der Kanzlei Jingsh Law Firm. Im Artikel 44 des Rechts für öffentliche Sicherheit heißt es: Eine Person, die eine andere Person belästigt oder absichtlich den Körper in der Öffentlichkeit entblößt, soll für mindestens fünf Tage und längstens 10 Tage angehalten werden. Artikel 237 des Strafrechts sagt: Wer einer Frau mit Gewalt oder Nötigung droht oder sich unziemlich verhält, soll mit einer Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren bestraft werden. Zhang sagte, das gegenwärtige Gesetz, das sich mit sexueller Belästigung befasse, sei nicht spezifisch genug, wenn es um die Definition und die Bestrafung ginge.

 

Die Befragten waren auch besorgt über die Schwierigkeit, ob tatsächlich eine sexuelle Belästigung begangen wurde. 68,7 Prozent sorgten sich, dass der gewöhnliche körperliche Kontakt in der U-Bahn während der Rush-Hour als Entschuldigung für sexuelle Belästigung gelten könnte. Insgesamt wiesen 63,2 Prozent darauf hin, dass es schwierig sei, in der U-Bahn sexuelle Belästigungen aufzuzeichnen. 41,1 Prozent sagten, die Zögerlichkeit der Opfer, die Polizei zu rufen oder Beweise zu sammeln, würde es schwierig machen, sexuelle Belästigung zu bekämpfen. 29,6 Prozent sagten, die Opfer würden sich unsicher fühlen, ob sie überreagieren würden. Zhang rief zu mehr Überwachung in der U-Bahn auf, eine schnellere Reaktion der Polizei und Bestrafung sowie bessere Erziehung über sexuelle Belästigung. 


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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: Sexuelle Belästigung,bestrafen,Verdächtige,Strafrecht