​Expertenmeinung

Indien wird China auch 2018 mit Grenzstreitigkeiten "beunruhigen"

02.01.2018

China sollte wachsam bleiben, da nach Expertenmeinung Neu Delhi das Thema der umstrittenen Grenzen präsent halten wird, worauf der Neujahrsbesuch eines hohen indischen Regierungsvertreters bei Grenztruppen am Sonntag hinweisen könnte.

 

Innenminister Rajnath Singh traf am Sonntagabend in Matli an der Grenze zwischen Indien und China in der Kaserne der "Indo-Tibetan Border Police" an, um mit den Truppen Neujahr zu feiern, berichtete die Times of India.

 

Am Neujahrstag begab sich der Minister dann ins Nelang-Tal, wo er Soldaten traf und sich an etwa zehn Grenzposten, darunter Naga und PDA, über die aktuelle Lage ins Bild setzte. Danach, so der Zeitungsbericht, der einen indischen Regierungsvertreter zitierte, kehrte der Minister in die indische Hauptstadt zurück.

 

Wang Dehua, Leiter des Instituts für Süd- und Zentralasiatische Studien am Shanghaier Städtischen Zentrum für Internationale Studien, schätzte gegenüber der Global Times die Situation so ein: "Im Grunde ist der ministerielle Besuch nach der Pattsituation am Donglang (Doklam) im letzten Jahr eine Provokation, denn die sogenannte 'Indo-Tibetan Border Police,' in deren Rängen sich verschiedene Nationalitäten finden, unterhält enge Verbindungen zur Clique des Dalai Lama."

 

Nach Wang sei die Aufgabe dieser Grenztruppe in erster Linie das Ausspionieren der chinesischen Grenze zum Zwecke des Schürens potenzieller Konflikte.

 

Obwohl China und Indien ihre Beziehungen durch eine Reihe von diplomatischen Schritten, darunter bilaterale Grenzgespräche, wieder normalisiert hätten, bestünden nach wie vor ungelöste Grenzkonflikte zwischen beiden Ländern, sagte Qian Feng, Forscher der Chinese Association for South Asian Studies und Angehöriger des Nationalen Instituts für Strategie an der Tsinghua-Universität.

 

Indien werde an der Grenze weiterhin theatralische Auftritte abliefern, glaubt Qian, weshalb China nicht nachlassen dürfe in seiner Wachsamkeit. Nach seiner Einschätzung werde der Konflikt verglichen mit der Pattsituation am Donglong jedoch deutlich kleiner dimensioniert werden, da sich Neu Delhi der Entschlossenheit Beijings zur Wahrung der territorialen Integrität Chinas vollkommen bewusst sei.


"Es ist klar, dass die indische Regierung Grenzfragen eine hohe Priorität einräumt und bestrebt ist, derartige Probleme so rasch wie möglich zu lösen, weil sie befürchtet, dass China bis zum Jahre 2030 zu mächtig sein wird, um die Fragen dann noch im Sinne Indiens lösen zu können," sagte Wang. "Es wird nicht nur bei offiziellen Besuchen der Grenzregion bleiben, Indien wird dort mit Sicherheit seine militärische Präsenz ausbauen."

Diesen Artikel DruckenMerkenSendenFeedback

Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: Indien,China,Grenzstreitigkeiten,Doklam,Dalai Lama