Positiver Einfluss auf die ganze Welt

Erster Jahrestag des Verbots der Einfuhr ausländischen Mülls Exklusiv

27.06.2018


Auch im Inland kam das Verbot einem Erdbeben gleich. Sheng Min, Generalsekretär des Plastikrecycling-Vereins der chinesischen Vereinigung für Ressourcenrecycling, wies darauf hin, dass sich größere Unternehmen in der Recyclingindustrie bis dahin auf den Import von Plastikabfällen verlassen hatten. Der Mangel an Recyclingkunststoffen in China nach dem Verbot stellte diese Unternehmen vor große Probleme. Es gab daraufhin drei Arten von Reaktionen in der Branche: Einige Unternehmen haben die Produktion eingestellt, andere haben stattdessen eigene Recycling-Systeme im Land aufgebaut. Wiederum andere haben Fabriken im Ausland aufgebaut und verarbeiten dort den Plastikabfall direkt zu Rohstoffen, die sie dann wieder nach China importieren.


Wu Xuelan, eine bekannte Kommentatorin für aktuelle Angelegenheiten, erklärte, dass das Verbot des Müllimports auf kurze Sicht zwar etwas problematisch für die heimische Verarbeitungsindustrie für nachwachsende Rohstoffe sei. Auf lange Sicht jedoch stellt der ausländische Müll ein ernsthaftes Umweltrisiko dar. Wenn heimische Unternehmen erfolgreich umgerüstet werden, könnten inländische verarbeitete Kunststoffabfälle die entstandene Lücke füllen. Liu Jianguo ist der Ansicht, dass die Verarbeitungsindustrie für nachwachsende Rohstoffe das Verbot irgendwann als „Möglichkeit zur Verbesserung" betrachten wird. Er sagt offen: „Dies wird nicht nur die Industrie dazu ermutigen, auf inländischen Müll als Hauptrohstoff umzusteigen, sondern wird auch dazu führen, dass die Systeme zur Trennung von Müll und Wiederverwertung von erneuerbaren Ressourcen effektiver werden."

Zu Beginn des Verbots hofften viele Länder noch, China mit politischen MItteln zu einem Kompromiss bewegen zu können – erfolglos. China blieb immer klar bei seinem Standpunkt und kann nun bereits erste Ergebnisse beobachten. Nach Angaben des Ministeriums für Ökologie und Umwelt sank die tatsächliche Einfuhrmenge von festen Abfällen in China im Jahr 2017 um 9,2%, im ersten Quartal diesen Jahres im Vergleich zum Vorjahr um 57%. Am 22. Mai begann die Zollverwaltung mit der Bekämpfung des Schmuggels von ausländischem Müll. Innerhalb kürzester Zeit wurden 39 kriminelle Banden, die des Schmuggels verdächtigt wurden, festgenommen.


Viele Länder waren sich bewusst, dass China entschlossen zum dem Verbot stehen würde und begannen in ihren Ländern den Abfall zu recyceln und Umweltschutzreformen durchzuführen.


Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung aus dem Januar wird Deutschland das Recycling von Plastik in den nächsten Jahren schrittweise steigern. Derzeit werden 36% der Kunststoffabfälle recycelt, bis 2022 soll dieser Anteil auf 63% steigen.


Auch die Europäische Union hat einen neuen Plan für eine Kreislaufwirtschaft vorgestellt und wird das Ziel für Abfallrecycling erhöhen. Am 23. Januar kündigte die Europäische Union ihren ersten Plan zur Beseitigung von Kunststoffabfällen an: Schrittweise werden Einwegkunststoffe aus dem Verkehr gezogen und bis 2030 müssen alle in der EU verwendeten Kunststoffverpackungen recycelt werden können.


Ein US-Experte für Umweltpolitik sagte, dass die USA beim Müllmanagement beginnen künstliche Intelligenz einsetzen, um den neuen Standards Chinas zu entsprechen.


Dies zeigt, dass Chinas Verbot für ausländischen Müll nicht nur die ökologische Verfassung des eigenen Landes verbessert, sondern auch Druck auf die Gesetzgebung der bisher abfallexportierenden Länder ausübt. Somit hat das chinesische Gesetz einen großen Effekt für das Umweltbewusstsein auf der ganzen Welt. 


<  1  2  


Diesen Artikel DruckenMerkenSendenFeedback

Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: China, Verbot, Einfuhr, ausländischer Müll