Chinesischer Demographie-Experte

Schrumpfende Bevölkerung eine nationale Krise

17.07.2018

Vor allem in Chinas großen Städten wie Beijing wird das Problem der alternden Gesellschaft immer größer. Experten fordern als Gegenmittel eine effektivere Implementierung der Zwei-Kind-Politik.




Die Anzahl der Erwerbstätigen in China werde einem neuen Bericht der Bevölkerungskommission des Nationalen Komitees der Politischen Konsultativkonferenz des Chinesischen Volkes (PKKCV)  ab 2020 alle 15 Jahre schätzungsweise um je 100 Millionen sinken. Deshalb seien mehr Anreize zur besseren Implementierung der Zwei-Kind-Politik gefordert, um so diese sinkende Arbeitskraft und die alternde Gesellschaft zu kontern, wie die Studie der höchsten politischen Beratungsbehörde Chinas feststellte.  Laut dem Bericht ist zu erwarten, dass die arbeitende Bevölkerung des Landes im Jahr 2020 631 Millionen betragen wird und diese Zahl bis 2035 auf 523 Millionen und bis 2050 auf 424 Millionen sinken wird. 


Die Studie, die über einen Monat andauerte und im Juni endete, sagte, dass Chinas schnell wachsende Technologie der künstlichen Intelligenz dabei helfen könnte, die Probleme einer schrumpfenden Zahl an Erwerbstätigen zu lösen. Weiterhin würden die Ergebnisse zeigen, dass mehr Regierungsbehörden die dauerhaft niedrigen Geburtsraten wahrgenommen hätten, wie der Demographie-Experte Huang Wenzheng Global Times erklärte. In der Studie, die in einem Bericht einer mit der PKKCV verbundenen Zeitung veröffentlicht wurde, kam heraus, dass die Anzahl an Geburten selbst in der ostchinesischen Provinz Shandong, wo Einwohner „den größten Wunsch nach einem zweiten Kind” haben, in Wahrheit zwischen 2016 und 2017 sank.


Der Bericht nannte als wichtigsten Grund für die niedrigen Geburtsraten, dass Menschen sich darüber sorgten, sich finanziell „ein zweites Kind nicht leisten zu können”, obwohl sie es gerne würden.


Huang jedoch sagte, dass diese Erklärung die „Frage verfehle und die Öffentlichkeit verwirre”, denn es sei nicht korrekt, weniger Geburten eines zweiten Kindes lediglich mit den hohen Kosten für die Kindererziehung zu begründen.


Das Problem der alternden chinesischen Bevölkerung  wird vor allem in wichtigen Städten wie Beijing sichtbar. 2017 lebten mehr als 3,3 Millionen Menschen, die älter als 60 Jahre sind, in der chinesischen Hauptstadt. Dies entspricht laut dem Bericht 24,5 Prozent. 


Chinas Bevölkerungsproblem sei zu einer nationalen Krise geworden, die die nachhaltige Entwicklung stark betreffe, wie Huang sagte. Eine schrumpfende chinesische Bevölkerung „würde eine sinkende Zahl an Talenten bedeuten, was letztlich die Innovation chinesischer Technologie beeinflusst“, sagte er. 

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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: Zwei-Kind-Politik,China,Geburtsrat