Einfuhrzölle erneut spürbar gesenkt

03.11.2018

China ist bereit, die Einfuhren weiter anzukurbeln, was die Außenhandelsbilanz schrumpfen lässt. Dieser Trend könnte sich sogar noch verstärken, nachdem die größten Importzollsenkungen des Jahres in Kraft getreten sind. 

Am Donnerstag wurden erneut die Einfuhrzölle auf eine breite Palette an industriellen Produkten und Rohstoffen gesenkt. Diese Maßnahme senkte das Gesamtzollniveau des Landes für alle Kategorien von 9,8 Prozent im Jahr 2017 auf 7,5 Prozent.

Das neue Zollniveau sei im Durchschnitt etwas höher als der EU-Standard, aber niedriger als die meisten Entwicklungsländer, was dem gegenwärtigen Entwicklungsstand Chinas entspreche, sagte ein Beamter der Zolltarifkommission des Staatsrates.

Auf der Liste der Zolltarife gibt es 1585 Warenkategorien, darunter Textilien, Metalle, elektromechanische Geräte und andere Rohstoffe und Produkte. Laut einer Erklärung auf der Website des Finanzministeriums machen die betroffenen Waren etwa 19 Prozent der gesamten besteuerten Einfuhren in China aus.

„Die Senkung der Einfuhrzölle auf einige im Inland dringend benötigte Industrieprodukte könnte mehr ausländisches Kapital anziehen und das Marktangebot in China verbessern. Es kann auch die Modernisierung der Industrien unterstützen und die Produktionskosten senken", erklärte der Beamte.

Anfang dieses Jahres senkte China bereits Einfuhrzölle für eine Reihe von Waren, darunter Automobile, Medikamente und einige andere tägliche Konsumgüter.

„Die zusätzlichen Zollsenkungen werden die Importe weiter unterstützen", sagte Louis Kuijs, Leiter von „Asia Economics“ bei Oxford Economics. „Da die Handelsspannungen das Exportwachstum drücken werden, könnte der Leistungsbilanzüberschuss Chinas weiter sinken." Er fuhr fort: „Chinas Leistungsbilanzüberschuss wird in diesem Jahr gegen null gehen." Weiterhin sei es „möglich, dass das Land in den nächsten Jahren ein geringes Leistungsbilanzdefizit aufweist."

Zhang Ming, Chefökonom bei Ping An Securities, warnte, dass die möglichen Änderungen des Saldos eine hohe Aufmerksamkeit erfordern würden. Dies könne die Marktstimmung bezüglich der Finanzstabilität beeinflussen, da die Devisenreserven langsamer steigen oder sogar einem Abwärtsdruck ausgesetzt sein könnten, wenn der Abwertungsdruck der Währung steigt.

Das Land wies im ersten Quartal dieses Jahres ein Leistungsbilanzdefizit von 34,1 Milliarden US-Dollar auf - das erste Defizit seit dem zweiten Quartal 2001.

Eine Studie von Oxford Economics, einem britischen Think Tank, ergab, dass Chinas starkes Nachfragewachstum zu einer durchschnittlichen jährlichen Ausdehnung der „normalen" Importe geführt hat. Dies bedeutet, dass importierte Waren, die in der heimischen Wirtschaft verwendet werden, zwischen 2008 und 2017 bei einer Rate von 8,9 Prozent lagen. Dies entsprach dem Rückgang des Leistungsbilanzüberschusses im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt von 9,9 Prozent im Jahr 2007 auf 1,3 Prozent im Jahr 2017.

Darüber hinaus haben niedrigere Einfuhrzölle dazu beigetragen, dass die Steuereinnahmen der chinesischen Regierung in den ersten drei Quartalen insgesamt gesunken sind.

Daten des Finanzministeriums zeigen, dass die Einnahmen der Regierung durch die Erhebung von Einfuhrzöllen Ende September 221,6 Milliarden Yuan (31,91 Milliarden US-Dollar) erreichten, ein Rückgang von 0,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Wachstum der gesamten Steuereinnahmen verlangsamte sich von 14,4 Prozent im ersten Halbjahr auf 12,7 Prozent in den ersten drei Quartalen.

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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: Einfuhrzölle,China,Import