Medizinische Grundversicherung

China will Versicherungsbetrug im Land aufdecken

23.11.2018

China hat eine Kontrolle von Krankenhäusern und Apotheken im ganzen Land angeordnet, welche mögliche Krankenversicherungsbetrügereien aufspüren soll, sagte ein Beamter auf einer Pressekonferenz am Mittwoch, eine Woche nachdem China Central Television (CCTV) zwei verdächtige Fälle im Nordosten Chinas aufgedeckt hatte.


Laut Huang Huabo, einem Beamten der neu geschaffenen Nationalen Sicherheitsbehörde für das Gesundheitswesen, soll die neue Überprüfung – nach einer nationalen Inspektion im September – nach betrügerischen Praktiken in diesem Sektor suchen.


„Die Krankenkasse ist lebensrettendes Geld für die Öffentlichkeit. Die Gewährleistung ihrer Sicherheit ist für die Existenz der Menschen von großer Bedeutung und eine wichtige politische Aufgabe“, sagte er.

Zwei Krankenhäuser in Shenyang, Provinz Liaoning, wurden beschuldigt, Mitarbeiter eingestellt zu haben, die von der Grundversicherung des Landes gedeckt waren, und sie mit gefälschten Krankenakten ins Krankenhaus eingeliefert zu haben, um Versicherungsgelder von der Regierung zu verlangen, berichtete CCTV vergangene Woche.

Bis Montag waren 37 Verdächtige von der Polizei in Shenyang festgenommen, und 19,9 Millionen Yuan (2,5 Millionen Euro) Versicherungsgeld eingefroren worden, berichtete der staatliche Rundfunksender am Mittwoch.

China begann im Jahr 2007 mit der Schaffung einer landesweiten medizinischen Grundversicherung, die städtische und ländliche Einwohner abdeckt. Die Deckung wurde im Laufe der Zeit erweitert. Mehr als 1,35 Milliarden Menschen sind laut der nationalen Gesundheitsbehörde durch das System abgedeckt, rund 95 Prozent der chinesischen Bevölkerung.


Die versicherten Bürger zahlen, neben dem Staat und den Arbeitgebern, regelmäßig in den Fonds ein und können einen bestimmten Prozentsatz ihrer medizinischen Rechnungen erstattet bekommen.


Doch bei der früheren Inspektion wurde festgestellt, dass eine Reihe von Krankenhäusern die Krankenkasse betrogen hat. Nach Angaben der Regierung wurden 761 Krankenhäuser, Kliniken und Apotheken in Chuangchun, Provinz Jilin, während dieser Inspektion disziplinarisch bestraft. Regierungsbehörden weigerten sich, mehr als 10 Millionen Yuan (1,3 Millionen Euro) an Versicherungsansprüchen zu erstatten.


Zweiundneunzig Krankenhäuser in Tianjin wurden von der Krankenversicherung ausgeschlossen und erhielten eine Geldstrafe von 20 Millionen Yuan (2,5 Millionen Euro). Fast 18 Millionen Yuan(2,3 Millionen Euro) falsch eingefordertes Geld wurde zurückgeführt.


Hunderte von Krankenhäusern und Apotheken in den Provinzen Hebei und Shanxi erhielten ebenfalls Disziplinarstrafen.


Huang sagte, die bevorstehende Überprüfung ziele auf Krankenhäuser ab, die Patienten zu unnötigen Behandlungen verleiteten oder medizinische Aufzeichnungen fälschten, um die Regierung zu betrügen.


Krankenhäuser, die Patienten ermutigen, die Sozialversicherungskarten anderer Menschen zu benutzen oder falsche Berichte über ihre medizinischen Ausgaben einzureichen, werden ins Visier genommen, ebenso wie Apotheken und Einzelpersonen, die an solchen Betrügereien beteiligt sind, sagte er.

Die Verwaltung wird ein Belohnungssystem für Hinweisgeber einrichten.


Die Nationale Sicherheitsbehörde für das Gesundheitswesen wurde im Rahmen einer institutionellen Reorganisation zu Jahresbeginn gegründet. Sie umfasst Funktionen aus mehreren Behörden, darunter das Ministerium für Personal und soziale Sicherheit, das zuvor die medizinische Grundversicherung von Stadtbewohnern verwaltete, und die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission, welche die Preise für Arzneimittel und medizinische Dienstleistungen regulierte.

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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: Versicherung,China,Krankenhäuser,Apotheke,Betrügerei