Chinas erstes Baby in einer verpflanzten Gebärmutter ausgetragen

24.01.2019

Eine Frau, der im November 2015 die Gebärmutter ihrer Mutter eingepflanzt worden war, hat am Sonntag in der nordwestlichen Provinz Shaanxi einen gesunden Jungen zur Welt gebracht.

 

Der Junge ist Chinas erstes und der Welt 14. Baby, das in einer verpflanzten Gebärmutter ausgetragen worden ist.


Das zwei Kilo schwere und 48 Zentimeter große Kind sei Chinas erstes und der Welt 14. Baby, das in einer verpflanzten Gebärmutter ausgetragen worden sei, so die Ärzte des Xijing Krankenhauses in Xi'an, der Hauptstadt der Provinz Shaanxi.

 

Yang Hua, 26, die junge Mutter des Babys, wurde ohne Gebärmutter geboren, verfügte aber über Eierstöcke.

 

Zum Zeitpunkt der Uterusverpflanzung im Jahre 2015 war die Tochter 22 Jahre alt und deren Mutter 43.

 

Ärzte des Xijing Krankenhauses entnahmen Eizellen von Yang. Mit Hilfe von Reproduktionstechnologien froren sie 14 befruchtete Eizellen im August 2015 ein. Eine befruchtete Eizelle wurde am 13. Juni 2018 erfolgreich in Yangs Gebärmutter implantiert. Nach zwei Wochen war Yang schwanger.

 

Um die Gesundheit von Mutter und Kind während der Schwangerschaft sicherzustellen, führten Experten aus der Geburtsabteilung, der Frauenheilkunde und der urologischen Abteilung individuell abgestimmte Maßnahmen gegen Abstoßungsreaktionen durch, und überwachten den Fortgang der Schwangerschaft durch Ultraschall und Messungen des Hormonspiegels.

 

"Der vollkommen ausgebildete Fötus kann Druck auf die Gebärmutter ausüben, was das Risiko bei der Geburt vergrößert," sagt Chen Biliang, Leiter der Abteilung für Geburtshilfe und Frauenheilkunde des Xijing Krankenhauses.

 

Vor diesem Hintergrund entschlossen sich Chen und sein Team zu einem Kaiserschnitt während der 33. Woche von Yangs Schwangerschaft.

 

Gebärmutterverpflanzungen sind nichts Neues. Bereits in den sechziger Jahren wurden in den USA und Großbritannien mit entsprechenden Experimenten bei Tieren begonnen.

 

Die weltweit erste Verpflanzung einer menschlichen Gebärmutter hat im Jahre 2000 in Saudi-Arabien bei einer 26-jährigen Frau stattgefunden. Die Gebärmutter fiel allerdings nach drei Monaten aus und musste entfernt werden.

 

2011 führten Ärzte in der Türkei eine erfolgreiche Gebärmutterverpflanzung durch. Zwei Jahre später erhielten neun Frauen in Schweden Uteri von Verwandten.

 

Eine Gebärmutter zu verpflanzen sei nach Chens Auffassung aus medizinischer Sicht nach wie vor ein schwieriges Unterfangen.

 

Der Uterus, der mit zahlreichen feinen Blutgefäßen ausgestattet ist, wächst in der Tiefe der weiblichen Beckenhöhle, was zu einer Vielzahl chirurgischer Probleme führt. Es gelte, so Chen, die Struktur der Blutgefäße während der Transplantation zu erhalten und gegen die starken Abstoßungsreaktionen vorzugehen.

 

Es gibt in China rund eine Million Frauen, deren Gebärmutter unfruchtbar ist. Aufgrund von Einschränkungen gegenwärtiger Maßnahmen auf dem Gebiet künstlicher Befruchtung und gesetzlicher Hürden bei Leihmutterschaften in vielen Ländern, habe sich laut Chen für unfruchtbare Frauen die Verpflanzung von Gebärmuttern als gangbarer Weg zum eigenen Kind erwiesen.

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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: Gebärmutter,Baby