"Jing-jin-ji": Chinas regionales City-Cluster nimmt Formen an
Wie wird Beijing aussehen, wenn sich China in rasantem Tempo zu einem modernisierten Land entwickelt?

Fahrradfahrer im Kreis Rongcheng im Bezirk Xiongan New Area in der nordchinesischen Provinz Hebei (Foto vom 29. März 2018).
Wie wird Beijing aussehen, wenn sich China in rasantem Tempo zu einem modernisierten Land entwickelt? Und wie wird die Hauptstadt die regionale Entwicklung anführen und einen neuen Weg für ausgewogenes, qualitativ hochwertiges Wachstum ebnen? Unter anderem mit diesen Fragen haben sich die Entscheidungsträger Chinas beschäftigt, als das Land 2014 eine Schlüsselstrategie zur Koordinierung der Entwicklung von Beijing, der benachbarten Hafenstadt Tianjin und der Provinz Hebei ins Leben gerufen hat – den regionalen City-Cluster "Jing- jin-ji."
Verlagerungen aus Beijing
Eine herausragende Aufgabe der "Jing-jin-ji"-Strategie ist es, die Funktionen, die nicht unbedingt an die Hauptstadt gebunden sind, aus Beijing heraus zu verlagern, um urbane Probleme in der chinesischen Hauptstadt wie Staus und Umweltverschmutzung einzudämmen. Gemäß einer im April 2015 veröffentlichten Richtlinie werden die Schlüsselfunktionen von Politik, Kultur, internationaler Kommunikation und technischer Innovation priorisiert, während andere Sektoren aus Beijing heraus verlagert werden. Zu den Maßnahmen zur Platzschaffung in Beijing zählen die Schließung von Fertigungsunternehmen und die Verlagerung von Krankenhäusern und Schulen. Im Jahr 2018 wurden in der Stadt insgesamt 656 produzierende Unternehmen geschlossen und mehr als 200 Märkte und Logistikzentren wurden verlagert.
Ein weiterer wichtiger Schritt war die Verlagerung von Verwaltungsabteilungen der Beijinger Stadtverwaltung in den Bezirk Tongzhou im östlichen Vorort der Stadt. Das Unterzentrum soll spätestens ab 2035 rund 1,3 Millionen ständige Einwohner aufnehmen, wie es in einem detaillierten Plan für die Entwicklung des Unterzentrums heißt, der von den zentralen Behörden genehmigt wurde. Während Tongzhou die Verwaltungsabteilungen der Stadtregierung von Beijing untergebracht hat, werden in Xiongan in der Provinz Hebei viele Funktionen, die nicht unbedingt an die Hauptstadt gebunden sind, und die umgesiedelte Bevölkerung von Beijing beherbergt. Im April 2017 gab China die Gründung der Xiongan New Area bekannt, ein Gebiet etwa 100 Kilometer südwestlich von Beijing, das drei Kreise in Hebei umfasst. Es wird ein neuer Platz für Beijings Colleges, Krankenhäuser, Unternehmenszentralen sowie Finanz- und öffentliche Institutionen sein.
Verkehrsnetzwerke
Bessere Verkehrsanbindung wird es zwischen Beijing, Tianjin und Hebei geben, was die Grundlage für eine integrierte Regionalentwicklung schafft. An drei Orten wurden mehr als 800 Straßen und Schnellstraßen ausgebaut. Es wurden mehrere neue Bahnprojekte fertiggestellt, beispielsweise der Ausbau der Intercity-Strecke zwischen Beijing und Tianjin, die Zugverbindung zwischen Tianjin und Baoding in Hebei sowie die Verbindung der Städte Zhangjiakou und Tangshan in Hebei.
Bessere Verbindungen wird es voraussichtlich auch durch den Luftverkehr geben. Der Beijing Daxing International Airport, der an der Kreuzung des Beijinger Bezirks Daxing und Langfang in Hebei liegt, hat kürzlich mehrere Überprüfungsflüge abgeschlossen.
Umweltfreundlicheres Wachstum
In den vergangenen fünf Jahren haben Beijing, Tianjin und Hebei gemeinsame Anstrengungen unternommen, um die Luft- und Wasserverschmutzung zu bekämpfen, und greifbare Ergebnisse erzielt. Im Jahr 2018 war in 13 Großstädten der Region die PM2,5-Dichte gegenüber 2013 um fast 50 Prozent gesunken. Der Anteil der Tage mit guter Luftqualität in der Region lag im vergangenen Jahr bei 50,5 Prozent, im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg um 1,2 Prozentpunkte, während die PM2,5-Dichte der Region im Vergleich zum Vorjahr um 11,8 Prozent auf 60 Mikrogramm pro Kubikmeter sank. Seit 2014 wurden in der Region mehr als 32 Millionen Mu (2,13 Millionen Hektar) Bäume neu angepflanzt.

Mitarbeiter der Beijing-Hyundai-Fabrik in Cangzhou in der nordchinesischen Provinz Hebei (Foto vom 25. Januar 2019).

Die Luftaufnahme vom 15. September 2018 zeigt neue Gebäude für Bewohner, die für den Bau des Beijing Daxing International Airport aus Chinas Hauptstadt Beijing weggezogen sind.

Die Luftaufnahme vom 8. Oktober 2018 zeigt die Landschaft der Sino-Singapur Tianjin Eco-City in der Region Binhai New Area im nordchinesischen Tianjin.

Die Luftaufnahme vom 17. Januar 2019 zeigt die im Bau befindliche Zugstrecke Beijing-Xiongan in der nordchinesischen Provinz Hebei.

Arbeiter feiern den Bau des Badaling-Tunnels der Hochgeschwindigkeitsstrecke Beijing-Zhangjiakou in Chinas Hauptstadt Beijing (Foto vom 13. Dezember 2018).

Die Luftaufnahme vom 29. Dezember 2018 zeigt den im Bau befindlichen Beijing Daxing International Airport in Chinas Hauptstadt Beijing.

Das Foto vom 17. Januar 2019 zeigt einen Chip im Technologiepark Tianjin Binhai-Zhongguancun im nordchinesischen Tianjin.

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