Monaco ganz im Zeichen Chinas
Chinas Staatspräsident Xi Jinping begann am Sonntag seinen Staatsbesuch in Monaco. Dies ist der erste Staatsbesuch eines chinesischen Staatspräsidenten in diesem schönen kleinen Staat im Südwesten Europas. Überall auf den Straßen in Monaco wurden chinesische und monegassische Nationalfahnen aufgestellt – das Fürstentum Monaco steht jetzt ganz im Zeichen Chinas.

Der Fürst von Monaco, Albert II., sagte vor kurzem, er habe im vergangenen September während seiner China-Reise Xi zum Besuch in Monaco eingeladen. Er betonte: „Der Besuch von Xi ist eine große Ehre für mich."
Xi hat am Sonntag in Monaco-Ville ein Gespräch mit dem Staatsoberhaupt Monacos, Albert II., geführt.
Xi erklärte, dass China und Monaco zwar unterschiedlich bezüglich Größe, Kultur und Gesellschaftssystem seien, aber über eine ähnliche Mentalität und ein gemeinsames geistiges Streben verfügten. Dies habe beide Länder einander näher gebracht. Xi wies darauf hin, dass China und Monaco das gegenseitige politische Vertrauen weiter festigen und die Koordinierung in internationalen Angelegenheiten intensivieren sollten. Zudem sollten beide Seiten den gegenseitigen gemeinsamen Nutzen vergrößern.
Obwohl Chinas Wirtschaft um ein Vielfaches größer als Monacos ist, haben beide Seiten die Wirtschafts- und Handelszusammenarbeit stetig ausgebaut. Statistiken zufolge betrug das bilaterale Handelsvolumen in den ersten acht Monaten 2018 etwa 125 Millionen US-Dollar (111 Mio. Euro). Dies entspricht einer Zunahme von 876,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Vor allem die Zusammenarbeit in den Bereichen Telekommunikation und Digitalwirtschaft ist europaweit Spitzenklasse. Präsident Xi hat in Monaco für die Zusammenarbeit im Umweltschutz mit Monaco plädiert. Er begrüßte außerdem die wohltätigen Umweltschutz-Aktivitäten der Stiftung des Fürsten in China.
Albert II. erwiderte, Monaco wolle mit China die Kooperation in den Bereichen Wissenschaft und Technologie, Innovation, Umweltschutz, Wildtierschutz und erneuerbare Energien verstärken. Monaco würdige Chinas wichtige Rolle in verschiedenen internationalen Angelegenheiten, darunter auch beim Umgang mit dem Klimawandel. Das Fürstentum wolle China tatkräftig dabei unterstützen, die 15. Signatarstaaten-Konferenz der Biodiversitätskonvention im nächsten Jahr erfolgreich abzuhalten.
Auf den ersten Staatsbesuch eines chinesischen Staatspräsidenten hat sich Monaco gut vorbereitet. Der Befehlshaber der Ehrengarde hat bei der Empfangszeremonie Chinas Staatspräsidenten Xi sogar auf Chinesisch begrüßt. Während des anschließenden Banketts haben monegassische Kinder, die Chinesisch gelernt haben, traditionelle chinesische Lieder gesungen und alte chinesische Gedichte vorgetragen.
Xis Besuch hat in den Medien und der Bevölkerung Monacos ein beeindruckendes Echo gefunden.
Der Besitzer eines Zeitungskiosks sagte fröhlich vor der Presse, dass dies eines der größten Ereignisse in Monaco in den vergangenen Jahren sei. Auf den Straßen würden überall rote chinesische Fahnen aufgestellt. Die Zeitungen und Zeitschriften hätten schon vor vielen Tagen über den Besuch von Xi berichtet.
Monica Corgnati, eine ehemalige Auslandsstudentin in China, ist nun eine Autorin der Zweimonatsschrift Monte Carlo IN mit eigener Kolumne. Sie berichtet sowohl auf Chinesisch als auch auf Italienisch über das aktuelle Zeitgeschehen und die Kulturszenen in China. Corgnati erklärte, dass der Staatsbesuch von Xi eine sehr gute Chance für China und Monaco sei. Einerseits könne die monegassische Bevölkerung, die vorher kaum Kenntnisse über China gehabt habe, ihr Wissen über China weiter ausbauen. Andererseits besitze Monaco zwar nur eine kleine Landfläche, ergreife aber viele günstige politische Maßnahmen, um Investitionen und Touristen aus China zu begrüßen.











