Kooperationsprojekt zwischen Bayern und Shandong
Universität Qingdao feiert 25-jähriges Bestehen der Deutschabteilung
von Wei Han, Qingdao
Die Universität Qingdao feierte das 25-jährige Jubiläum des Wissenschaftskooperationsprojekts zwischen Bayern und Shandong sowie die Einrichtung des Zentrums für Bayern-Studien. Dies ist ein musterhaftes Beispiel der interkulturellen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und China.
Vor 25 Jahren haben der Freistaat Bayern und seine chinesische Schwesterprovinz Shandong ein Wissenschaftskooperationsprojekt abgeschlossen, das unter anderem den Aufbau einer Deutschabteilung an der Universität Qingdao beinhaltete. Am vergangenen Samstag wurde auf dem Fushan-Campus der Hochschule in der ostchinesischen Küstenstadt das Jubiläum gefeiert.
Die Feier zum 25. Jahrestag wurde von Bian Jianhua, Dekanin der Fremdsprachenfakultät, eröffnet. Eine Reihe von Ehrengästen wie Wang Liming, Vize-Sekretär des Parteikomitees der Universität, Li Yongsen, Vizedirektor des Amts für auswärtige Angelegenheiten der Provinz Shandong, Philipp Dengel, Geschäftsführer von BayCHINA, Thorsten Müller-Diu, DAAD-Lektor an der Universität Qingdao, Lucie Merkle, Chefrepräsentantin des Freistaats Bayern in China, und Marek Gryglewicz, Deutscher Leiter des Goethe-Sprachlernzentrums an der Universität, haben der Feier beigewohnt und Reden zu dem freudigen Anlass gehalten.
Nach Angaben der Universität wurde im Jahr 1994 ein Komitee für das Wissenschaftskooperationsprojekt zwischen Bayern und Shandong gegründet, das sich mit der Koordinierung der Zusammenarbeit und des Austauschs im Wissenschaftsbereich zwischen den beiden Regionen beschäftigte. Im Zusammenhang mit dem Projekt seien Zhao Zhihao, ehemaliger Gouverneur der Provinz Shandong, und Armin Freitag, ehemaliger deutscher Botschafter in China, im September 1994 eigens nach Qingdao gekommen, um die „Abteilung für Interkulturelle Deutschstudien“ an der Universität Qingdao einzuweihen. Seitdem habe die Abteilung eine positive Entwicklung erfahren, heißt es.
Im Rahmen des Wissenschaftskooperationsprojekts zwischen dem Freistaat Bayern und der Provinz Shandong habe die Deutschabteilung unter anderem mit der Universität Bayreuth, der Hochschule für Angewandte Sprachen in München und der Hochschule Konstanz Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG) enge Partnerschaften aufgebaut und diese bis heute gepflegt. Durch die Zusammenarbeit mit der Universität Bayreuth konnte 2003 der Antrag der Abteilung auf die Einrichtung eines MA-Studiengangs vom Bildungsamt der Provinz Shandong genehmigt werden. Seit 2004 nimmt die Abteilung Bewerber auf, die sich in vier Fachrichtungen - Interkulturelle Kommunikation, Interkulturelle Deutsche Literaturwissenschaft, Interkulturelle Sprachwissenschaft und Interkulturelle Translationsstudien - spezialisieren. Darüber hinaus haben sich die Universität Qingdao und die Hochschule für Angewandte Sprachen in München im Jahr 2016 erfolgreich um die Teilnahme am Programm „Erasmus+“ beworben. 2017 konnte überdies mit dem MTI (Master of Translation and Interpreting) ein Masterstudiengang für Übersetzung und Dolmetschen eingeführt werden. Gerade erst in diesem Jahr habe sich die Abteilung erfolgreich um die Auszeichnung „Erstklassiger BA-Studiengang Germanistik“ auf Provinzebene beworben. Zurzeit stehe sie zudem in der Bewerberliste für dieselbe Auszeichnung auf Staatsebene, so die Universität.

Die Einweihung des Zentrums für Bayern-Studien an der Universität Qingdao (Foto: Universität Qingdao)
Während der Jubiläumsfeier wurde das Zentrum für Bayern-Studien ins Leben gerufen. Dies sei zum einen die Reaktion der Universität auf die Initiative des Shandonger Außenamts, Think Tanks für die Forschung über auswärtige Angelegenheiten zu gründen. Es diene zum anderen der Öffnung der Provinz Shandong nach außen, so die Universitätsleitung. Nicht zuletzt sollen die Zusammenarbeit und der Austausch der Universität Qingdao mit ihren deutschen Partnern dadurch weiter vertieft werden.

Zhang Fan, Professorin an der Shanghai International Studies University, berichtet als Vertreterin der Alumni von ihrer Studienzeit in Qingdao und von ihrem akademischen Werdegang. (Foto: Universität Qingdao)

Qi Jiafu, Professor und derzeitiger Leiter der Abteilung für Interkulturelle Deutschstudien an der Universität Qingdao, erzählt von der Geschichte der Abteilung und stellt deren zukünftigen Entwicklungsplan vor. (Foto: Universität Qingdao)









