Grenzstadt Suifenhe

Möglicherweise 15 bis 20 Prozent der Quarantänefälle mit COVID-19 infiziert

14.04.2020

In der chinesischen Stadt Suifenhe an der Grenze zu Russland ist nach dem Aufkommen importierter Fälle von COVID-19 die medizinische Lage angespannt und die Kapazität der Krankenhäuser nahezu erschöpft. Die nationalen Gesundheitsbehörden haben bereits Experten zur Unterstützung entsandt. Hilfsgüter aus dem ganzen Land treffen in der Grenzstadt ein.


Am vergangenen Samstag wurde in der nordostchinesischen Grenzstadt Suifenhe das provisorische Krankenhaus für die Behandlung von COVID-19-Patienten bereitgestellt.


Am gestrigen Montag sprachen die lokalen Behörden von 243 bestätigten COVID-19-Fällen. 1479 Personen stünden unter Quarantäne. Man gehe davon aus, dass 15 bis 20 Prozent von ihnen positiv auf das Virus getestet würden.


Yang Yanjie, stellvertretender Leiter der Expertengruppe der Provinz Heilongjiang für die epidemologische Untersuchung von COVID-19, sagte am Montag gegenüber der Global Times, dass in Suifenhe mit weiter steigenden Infektionszahlen gerechnet werden müsse, da die Stadt noch mindestens einen Monat lang die aus Russland eingeschleppten Fälle behandeln müsste.


Die Provinz Heilongjiang kündigte am Sonntag an, dass der Grenzübergang in Suifenhe ab Montag gesperrt sei.


Einige chinesische Geschäftsleute haben jedoch über das Internet Gerüchte verbreitet und chinesische Staatsbürger in Russland dazu ermuntert, über Suifenhe in die Heimat zurückzukehren. Nach Angaben des chinesischen Konsulats in Wladiwostok hätten einige von ihnen sogar damit gedroht, notfalls die Grenze gewaltsam zu überwinden.


In der Provinz Heilongjiang stieg die Zahl der bestätigten Fälle bis zum Sonntag auf 257, von denen 246 importiert worden sind. Diese Ziffer liegt höher als die Zahl der restlichen Fälle in der von der Epidemie am stärksten betroffenen Provinz Hubei, die mit 244 angegeben wurde.


Normalerweise reisen täglich 200 bis 400 Personen über den Suifenhe ein.


Yang forderte schärfere Maßnahmen. „Einige verschweigen ihre engen Kontakte zu Infizierten und verbergen ihren Gesundheitszustand. Asymptomatische Patienten sind nur sehr schwer aufzuspüren", meint er. Die Epistemologen aus Heilongjiang untersuchen die Ansteckungsketten, aber die Ergebnisse sind hinter den Erwartungen zurückgeblieben.


Angesichts der Herausforderungen in der Grenzstadt haben die Nationale Gesundheitskommission und das Nationale Zentrum für Seuchenkontrolle Experten entsandt. Aus dem ganzen Land sind medizinische Geräte als Spenden eingetroffen.


Zhang Lin vom Roten Kreuz in Suifenhe sagte gegenüber der Global Times, dass aus ganz China zahlreiche Hilfsgüter eingetroffen seien.


„Wir haben nun ausreichend Desinfektionsmittel, aber es herrscht noch immer Mangel an Gesichtsmasken, Schutzanzügen und Beatmungsgeräten", so Zhang.


Die Gesundheitskommission hat am Sonntag ein Team von 15 medizinischen Fachkräften entsandt, die auf Erkrankungen der Atemwege, Notfallmedizin, Seuchenbekämpfung und Labormedizin spezialisiert sind. Mit deren Hilfe wurde unter anderem ein provisorisches Testlabor eingerichtet.


Lastwägen transportierten rund einhundert Kisten mit fünfzig verschiedenen medizinischen Gebrauchsgütern nach Suifenhe, sagte die Gesundheitskommission.

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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: Suifenhe,COVID-19,Grenzübergang,Russland