Chinas Währungspolitik
Devisenaufsicht: Aufwertung des RMB wird angemessen bleiben

Chinas robuste wirtschaftliche Erholung von der COVID-19-Pandemie habe dazu beigetragen, das Vertrauen in den Devisenmarkt des Landes zu stabilisieren. Wie Chinas Devisenaufsichtsbehörde am Freitag verkündete, geht sie deshalb davon aus, dass der Wert des Renminbi mit leichten Schwankungen innerhalb einer angemessenen Spanne grundsätzlich stabil bleiben wird.
Die Erklärung kam, nachdem der Renminbi in den vergangenen Monaten eine bemerkenswerte Aufwertung erfahren hat. Wirtschaftswissenschaftler sagten, dass die soliden Fundamentaldaten der chinesischen Wirtschaft den Wert der chinesischen Währung und der auf Renminbi (RMB) lautenden Vermögenswerte stützen werden. Gleichzeitig erwarten sie, dass sich Beijings Devisenpolitik auf die Aufrechterhaltung der Stabilität mit möglicherweise größerer Toleranz für eine größere Wechselkursflexibilität konzentrieren werde.
Wang Chunying, stellvertretender Direktor und Sprecher der Staatlichen Devisenverwaltung (SAFE), sagte, die jüngste Aufwertung des Renminbi werde weitgehend durch die Fundamentaldaten der Binnenwirtschaft unterstützt, da China die Pandemie wirksam kontrolliert habe und sich die sozialen und wirtschaftlichen Aktivitäten in China daher bereits auf einem stetigen Erholungspfad befänden.
„Internationale Organisationen haben prognostiziert, dass China wahrscheinlich die einzige große Volkswirtschaft sein wird, die in diesem Jahr eine positive BIP [Bruttoinlandsprodukt]-Wachstumsrate aufweisen wird. Gute Aussichten für die Exporte des Landes und der vermehrte Besitz von auf RMB lautenden Vermögenswerten durch ausländische Investoren haben zu einer Aufwertung der Währung geführt", erklärte Wang auf einer Pressekonferenz in Beijing.
Die RMB-Aufwertung sei relativ mild gewesen und stehe im Einklang mit der Entwicklung anderer wichtiger internationaler Währungen, machte Wang deutlich. Die chinesische Währung hat in diesem Jahr um etwa 4,5 Prozent gegenüber dem US-Dollar aufgewertet. Der Euro und der japanische Yen hätten dagegen um 5,9 Prozent beziehungsweise 4,1 Prozent gegenüber der US-Währung aufgewertet, so SAFE.
In den ersten drei Quartalen verzeichneten Chinas Geschäftsbanken bei der Abwicklung von Devisen einen Überschuss von 76,2 Milliarden US-Dollar. Seit dem zweiten Quartal verzeichnete das Land einen Nettokapitalzufluss, wodurch ein Defizit von 26 Milliarden US-Dollar im ersten Quartal ausgeglichen werden konnte. Chinas Devisenreserven verzeichneten ebenfalls einen leichten Anstieg und stiegen laut Angaben von SAFE bis Ende September auf 3,14 Billionen US-Dollar.
Ökonomen sind der Ansicht, dass der Markt angesichts der stabilen wirtschaftlichen Erholung Chinas und der Bereitschaft der politischen Entscheidungsträger, so lange wie möglich eine normale Geldpolitik beizubehalten, in Zukunft eine leichtere Aufwertung der chinesischen Währung erleben könnte.
Während die chinesische Regulierungsbehörde ihre Bemühungen verstärken könnte, die kurzfristige Aufwertungsdynamik des Renminbi zu dämpfen, sei Chinas langfristiges Ziel die Förderung ausgewogenerer Kapitalströme in beide Richtungen sowie die Aufrechterhaltung der allgemeinen Stabilität der chinesischen Währung, so die Experten.

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