Teilnehmer an Corona-Impfstoffstudie in Brasilien hat Selbstmord begangen
Berichten zufolge habe die brasilianische Gesundheitsbehörde National Health Surveillance Agency (Anvisa) am Sonntag die klinischen Studien des Impfstoffs CoronaVac ausgesetzt. Der Impfstoff wurde vom Butantan Institute, einem Partner des chinesischen Pharmaunternehmens Sinovac Biotech in Brasilien, entwickelt.

Archivfoto von Bolsonaro (Xinhua)
Ursache für den Stopp sei „ein ernsthafter negativer Vorfall“: Ein freiwilliger Studienteilnehmer ist gestorben. Wie die brasilianische Nachrichtenwebseite G1 unter Berufung auf die neuste Polizeimitteilung berichtete, gehe aus einem gerichtsmedizinischen Gutachten hervor, dass der 32-jährige Mann in Sao Paolo Selbstmord begangen habe.
Die brasilianische Zeitung Folha de Sao Paulo zitierte zudem auch eine Ankündigung der Nationalen Forschungs- und Moralkommission, die dem Brasilianischen Gesundheitsministerium untersteht. Die Kommission habe die ersten Informationen über den verstorbenen Studienteilnehmer untersucht und komme zu dem Ergebnis, dass der Tod nichts mit dem Impfstoff zu tun gehabt habe. Es sei daher nicht notwendig, die Studien des Impfstoffs in Brasilien auszusetzen. Der Zeitung zufolge habe eine unabhängige internationale Untersuchungskommission Daten des Sinovac-Impfstoffes an Anvisa gesendet und auch für die Wiederaufnahme der Impfstofftests plädiert. Anvisa behauptete, sie arbeite derzeit noch an der Analyse und Bewertung dieser Informationen. Wie genau es für diese Impfstoffstudie weitergeht, lässt sich derzeit noch nicht sagen.
Am Sonntag feierte Brasiliens Präsident Bolsonaro auf sozialen Medien den Stopp der Impfstofftests. Es sei ein erneuter persönlicher Sieg, so die brasilianische Zeitung Terra. Seine Haltung löste jedoch heftige Kritik aus. Der Präsident der Brasilianischen Gesellschaft für Immunologie sagte, die Politisierung des Impfstoffes werde nur falsche Informationen bringen.












82e81baa-ac3b-45fe-bacf-7f46322c347e.jpeg)