Australische Bergarbeiter werden Wirtschaftskrise zu spüren bekommen

08.12.2020

Die Aufmerksamkeit des Marktes gegenüber der Frage, ob Kohle der nächste Rohstoff ist, der von den sich verschlechternden sino-australischen Beziehungen betroffen sein wird, ist mehr als verständlich. BIMCO-Daten erweisen, dass während der ersten zehn Monate des Jahres Australien mit 77,4 Millionen Tonnen den größten Anteil an der nach China gelieferten Kohle hatte. Für China ist es jedoch wirtschaftlich durchaus möglich, die Einfuhr australischer Kohle erheblich zu reduzieren.


(Foto von Xinhua)


Aus Zahlen, die von der Staatlichen Zollverwaltung (GAC) am Montag veröffentlicht wurden, geht hervor, dass in den vergangenen Monaten die Einfuhr von Kohle kontinuierlich zurückgegangen ist. Im Monat November ist der Kohleimport auf 11,67 MillionenTonnen abgesunken, was einem Rückgang um 55 Prozent im Vergleich zu den 26.1 MillionenTonnen entspricht, die noch im Juli nach China eingeführt worden waren. November war zugleich der siebente Monat in Folge, in dem im Jahresvergleich ein Rückgang der Kohleeinfuhren zu verzeichnen war.


Während saisonale Schwankungen dabei sicher eine Rolle gespielt haben, sollte nicht übersehen werden, dass Chinas Kohlenverbrauch einen kritischen Punkt erreicht hat, da sich das Land allmählich vom Konsum fossiler Brennstoffe abkehrt.


Chinas Führung hat sich bis zum Jahre 2060 zur CO2-Neutralität bekannt. Grundlegende Reformmaßnahmen hinsichtlich des chinesischen Energiemixes werden ausgearbeitet und umgesetzt, der Trend geht in Richtung sauberer und nachhaltiger Energiequellen. Selbstverständlich wird China weiterhin die Verwendung von Kohle in Privathaushalten einschränken. Zugleich ist China selbst ein großes Kohleförderland, wodurch eine Reduzierung von Kohleimporten der heimischen Bergwerksindustrie unmittelbar zugute kommt.

Nachdem sich Canberra im Laufe des Jahres immer wieder gegen China positioniert hat, was zu einer Entfremdung zwischen den beiden Ländern führte, scheint China seine Handelsbeziehungen zu anderen großen Kohlenlieferanten ausgebaut zu haben.

Aus dem BIMCO-Bericht geht hervor, dass die Mongolei im Oktober mit 3,9 Millionen Tonnen zu Chinas größtem Kohlenlieferanten geworden ist. Den zweiten Platz hat Russland mit 3,5 Millionen Tonnen eingenommen. Auch Indonesien ist in den Kreis wichtiger Kohleproduzenten vorgestoßen. In einem kürzlich abgeschlossenen Deal hat sich das Land zur Lieferung von Kohle im Wert von 1,46 Milliarden US-Dollar nach China verpflichtet. Indonesische Kohle hat einen kürzeren Transportweg nach China als Kohle aus Australien. Lieferungen aus der Mongolei und Russland können kostengünstig durch die Eisenbahn abgewickelt werden. China verfügt über zahlreiche Quellen zur Deckung seines Bedarfs an Kohle.


Vor dem Hintergrund bestehender Probleme in den sino-australischen Beziehungen besteht genügend Raum für ein Absenken der Importe aus Australien. China könnte leicht die Rohstoffimporte aus Australien durch kostengünstigere Importe aus anderen Ländern ersetzen, ohne dadurch in wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu geraten.


In den letzten Monaten war das Handelsvolumen zwischen China und Australien nicht so gering wie erwartet. Die Daten der GAC weisen den Monat November jedoch als den zweiten Monat in Folge aus, in dem ein Rückgang der australischen Exporte nach China zu verzeichnen ist. Einige Beobachter gehen davon aus, dass angesichts der bestehenden Spannungen zwischen beiden Staaten ein weiterer Rückgang im bilateralen Handel möglich ist.

Kohle ist Australiens zweitwichtigstes Exportgut, China ist der Welt größter Käufer von Kohle. Unausgesetzte Medienberichterstattung über den zurückgehenden Handel mit Kohle zwischen China und Australien hat Lieferanten von anderen Märkten dazu inspiriert, von Australiens Weigerung, die berechtigten chinesischen Souveränitätsrechte zu respektieren, profitieren zu wollen. Sogar die kanadische Kohleförderindustrie hat Interesse bekundet, im kommenden Jahr die Lieferung von Kohle nach China aufzustocken.


Wenn Canberra sich weiterhin starrsinnig weigert, die Beziehungen zu China zu reparieren, kann die australische Wirtschaft weitere Marktanteile an Mitbewerber verlieren, was die Wirtschaftskrise für weite Kreise der australischen Arbeiterschaft spürbarer machen wird. 

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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: Wirtschaftskrise,Australien,Bergbau