Demographischer Wandel

China bekräftigt Entschlossenheit, Renteneintrittsalter zu verschieben

22.12.2020

In China sind die ersten Umrisse einer Rentenreform zu erkennen. In den kommenden Jahren soll die Lebensarbeitszeit schrittweise verlängert werden. Im Jahr 2025 wird es im Land rund 300 Millionen Rentenempfänger geben.

  

Eine Frau spielt am 20. Juli 2020 im Jingshan-Park in Beijing Badminton.


China hat in einem Entschluss seine Bereitschaft bekräftigt, den Renteneintritt der arbeitenden Bevölkerung zu verzögern. So soll die Berufstätigkeit in der schnell alternden Gesellschaft verlängert werden.

 

Dieser Schritt, wenn er umgesetzt wird, wird die Auszahlung von Renten für Millionen von Arbeitern hinauszögern und so den Zahlungsdruck verringern, dem das weitläufige Pensionssystem des Landes ausgesetzt ist. 

 

Wenn die Details der Reform in den kommenden fünf Jahren feststehen, werden diejenigen, die in den 1960er-Jahren geboren worden sind, zu den ersten zählen, auf die sich die Reform auswirkt. 

 

Das Zentralkomitee schlug Anfang des vergangenen Monats vor, dass die Behörden das Renteneintrittsalter auf progressive Art anheben werden, gaben jedoch keine weiteren Details bekannt. Solche Allgemeinplätze stehen oft in wichtigen Parteidokumenten, um die Flexibilität zu gewährleisten. 

 

Der Vorschlag der Partei ist Teil der Empfehlungen für den 14. Fünfjahresplan (2021 – 2025) und hat die Hoffnung auf Fortschritte in dem festgefahrenen Gesetzgebungsprozess zur Verlängerung der Lebensarbeitszeit geweckt. China hat 254 Millionen Bürger, die älter als 60 Jahre sind, das sind mehr als jedes andere Land. 

 

Doch das Renteneintrittsalter liegt in China mit 60 Jahren bei Männern und 55 bei Frauen deutlich unter den Bestimmungen in Japan, Deutschland und den meisten anderen alternden Gesellschaften. 

 

Die Beschäftigungsbehörden erlauben es Menschen in arbeitsintensiven Berufen, oder denjenigen mit Berufskrankheiten oder arbeitsbedingten Behinderungen, zehn Jahre früher in Rente zu gehen. Die jetzigen Altersgrenzen wurden 1978 eingeführt, als China weitreichende Reformen und eine marktorientierte Wirtschaft einführte. 

 

In einem Land mit geringerer Lebenserwartung war diese Regelung tragbar, doch für die alternde Gesellschaft des modernen China werde die Situation untragbar, sagte Li Yinhe, eine Soziologin an der Chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften. 

 

Das Ministerium für zivile Angelegenheiten schätzt, dass die Anzahl der Chinesen, die älter als 60 Jahre sind, noch vor dem Jahr 2025 auf 300 Millionen anwachsen wird. 

 

Eine Verzögerung des Renteneintrittsalters wird weithin als schnelle Maßnahme angesehen, um die Folgen einer schrumpfenden Arbeiterschaft und wachsendem Zahlungsdruck auf das Rentensystem abzumildern. Für die 118 Millionen Rentner ist das Rentensystem die wichtigste Einnahmenquelle. 

 

Ein Vorschlag von Wissenschaftlern sieht vor, zunächst die Ausnahmen abzuschaffen, die manchen Frauen den Renteneintritt bereits mit 55 Jahren erlauben und anschließend das Renteneintrittsalter für beide Geschlechter schrittweise hinauszuzögern. 

 

Zentral ist das, was Beamte und Wissenschaftler als „Gradualität“ bezeichnet haben, was helfen wird, die unfaire Behandlung von jüngeren Generationen abzumildern, die länger in das Rentensystem einzahlen müssen und erst später davon profitieren können.

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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: Renteneintrittsalter,Lebensarbeitszeit,Pensionssystem